Abschaffung der Zukunftssicherungsleistungen im Rahmen der 44-Euro-Freigrenze

Zukunftssicherungsleistungen

Zeit, um über neue Zusatzleistungen nachzudenken

Ab 2014 werden Beitragszahlungen von Arbeitgebern für Zukunftssicherungsleistungen ihrer Mitarbeiter als Barlohn qualifiziert. Dies legt ein BMF-Schreiben vom 10. Oktober 2013 fest. BMF-Schreiben sind Erlässe, die vom Bundesministerium der Finanzen herausgegeben werden und Finanzbehörden anweisen, wie bestimmte steuerliche Sachverhalte zu behandeln sind. In diesem Fall wies das Ministerium die Finanzämter verbindlich an, Arbeitgeberzuschüsse für Pflegezusatz- und Krankentagegeldversicherungen oder ähnliche Versicherungsleistungen ab dem 1. Januar 2014 als sozialversicherungs- und steuerpflichtigen Lohn zu behandeln. Die 44-Euro-Freigrenze (§8 Abs. 2 EStG) für steuerfreie Sachbezüge ist für diese Leistungen somit nun nicht mehr anzuwenden. Prinzipiell bleibt die 44-Euro-Freigrenze jedoch erhalten. Sachbezüge, also Einnahmen aus Arbeitsverhältnissen, die nicht aus Geld bestehen – können nach wie vor bis zu einer Höhe von 44 Euro monatlich steuern- und abgabenbefreit gewährt werden.

Wie soll mit der neuen Regelung verfahren werden? Diese Frage stellen sich Arbeitgeber und Personalverantwortliche. Wir haben drei mögliche Szenarien für Sie betrachtet:

Szenario 1: Alles bleibt wie es war, das bedeutet Nachteil.

Belässt man die Zuschüsse für die Versicherungsleistung unverändert bei 44 Euro, bleibt dem Arbeitnehmer zwar die Zusatzleistung erhalten, allerdings vermindert sich sein Nettoentgelt. Ergo, der motivierende Anreiz ist nicht mehr gegeben. Der ursprüngliche Anreiz dieser Zusatzleistung ist obsolet, sie ist kein Instrument mehr, um Mitarbeitern einen Mehrwert zu bieten. Ihr Ziel auf diese Art und Weise Fachkräfte zu gewinnen oder erfahrene Mitarbeiter zu binden, erschwert sich für Sie.

Szenario 2: Die Leistung bleibt erhalten, deutliche Mehrkosten entstehen.

Wenn Sie weiterhin als attraktiver Arbeitgeber auftreten wollen, sollte der Nettoverdienst Ihrer Mitarbeiter zumindest gleich bleiben. Die neuen Abgaben auf Beiträge der Zukunftssicherungsleistungen erfordern eine Bruttolohnerhöhung, um nicht an Attraktivität zu verlieren. Für einen Arbeitnehmer mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 2.465 Euro würde sich die Bruttolohnerhöhung gerundet auf 41 Euro zuzüglich des Arbeitgeberanteils der Sozialversicherungsbeiträge belaufen. Der Arbeitnehmeranreiz bleibt erhalten, ist jedoch für Sie als Arbeitgeber mit deutlichem, finanziellem Mehraufwand verbunden.

Szenario 3: Alternative Einsatzmöglichkeiten, die der 44-Euro Freibetrag bietet.

Die gute Nachricht. Es gibt ein breites Feld an Alternativen, denn Arbeitnehmerwünsche sind vielfältig. Ein Drittel der Arbeitnehmer würde einen Zuschuss des Arbeitgebers bei Einkäufen für Lebensmittel und andere Grundversorgungsgüter sehr positiv bewerten. Knapp die Hälfte der Erwerbstätigen wünscht sich Zusatzleistungen für Tankkosten. (Forsa Studie 2012 – Arbeitnehmer in Deutschland: Zufriedenheit und Motivation). Im Rahmen der 44-Euro-Freigrenze können diese – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber –steuerfreien Sachbezüge durch monatlich aufladbare Gutscheinkarten gewährt werden. Mittlerweile gibt es sogar Gutscheinsysteme, die Tank-, Shopping und Einkaufswünsche der Mitarbeiter auf einem Medium vereinen. Erhöhte Kaufkraft bei Konsumgütern – trotz allgemein sinkender Reallöhne – ermöglicht den Arbeitnehmern die Kosten der Zukunftssicherungsleistungen selbst zu tragen. Eine weitere, sehr geschätzte Möglichkeit ist die Überlassung von Jobtickets. Auch hier gilt die Regelung, dass Tickets für den öffentlichen Nahverkehr maximal mit 44 Euro monatlich vom Arbeitgeber bezuschusst werden dürfen. Außerdem kennt das EStG weitere nützliche und steuerfreie Zusatzleistungen. Arbeitgeber können sich durch die steuerfreie (anteilige) Übernahme von Kinderbetreuungskosten (§3 Nr. 33 EStG) als familienfreundlich präsentieren. Gezielte Arbeitnehmermotivation, die individuellen wie auch situativen Bedürfnissen von Mitarbeitern gerecht wird, ist ohne Mehrkosten und mit geringem Verwaltungsaufwand für Sie als Arbeitgeber weiterhin möglich.

E-Block-Team
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Erstellt am 09.01.2014
Aktualisiert am 09.01.2014
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