Wo die (Steuer-)Freiheit aufhört: Sachbezüge und ihre Freigrenze

Regelung der Freigrenze für steuerfreie Sachbezüge

Monatliche Freigrenze Sachbezug

Viele Arbeitgeber legen mittlerweile Wert darauf, ihre Beschäftigten zu motivieren und gute Arbeit besonders anzuerkennen. Ein Mittel der Wahl sind hier Gutscheine – mit dem zusätzlichen Effekt, dass sie als Sachbezüge Steuerfreiheit genießen. Dies funktioniert allerdings nur in eng gesteckten Grenzen. Die gute Nachricht lautet: 2015 werden diese Grenzen zumindest für persönliche Aufmerksamkeiten erweitert. 

Eine Gehaltserhöhung ist etwas Feines. Sie hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: Mehr Barlohn bedeutet für den Angestellten auch immer höhere Steuern und mehr Sozialversicherungsbeiträge. Wer seinen Mitarbeitern also etwas Gutes tun möchte, um sie weiterhin zu guten Leistungen zu motivieren, greift besser auf Sachbezüge wie zum Beispiel Gutscheine zurück. Für diese Sachbezüge gelten Steuervergünstigungen: Bis zu einem Betrag von 44 Euro pro Monat bleiben Tankgutscheine und Co. lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Aufgepasst – monatliche Freigrenze!

Aber Achtung: Bei der 44-Euro-Grenze handelt es sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Wird die Grenze von 44 Euro im Monat überschritten, ist die Steuervergünstigung für den kompletten Betrag hinfällig. Auch Sozialversicherungsbeiträge müssen dann ab dem ersten Cent  gezahlt werden. 

Daher sollten Arbeitgeber genau hinsehen und im Auge behalten, was sie ihren Angestellten an Sachbezügen gewähren. Denn um zu ermitteln, ob die Sachbezüge unterhalb der 44 Euro-Grenze bleiben, werden sämtliche Sachbezüge in einem Monat zusammengerechnet. Ganz wichtig: Das Finanzamt schaut immer auf den Monat; es ist also nicht möglich, die 44-Euro-Freigrenze auf einen Jahresbetrag hochzurechnen. Umgekehrt dürfen nicht vollständig oder gar nicht ausgeschöpfte Monatsbeträge nicht auf andere Monate übertragen werden.

Firmenwagen und Kantinenessen werden nicht mitgerechnet

Allerdings wird nicht jeder Sachbezug in die Berechnung mit einbezogen. So kann beispielsweise ein Mitarbeiter, der einen Firmenwagen auch privat nutzt und dies korrekt versteuert, noch einen Warengutschein erhalten. Auch Personalrabatte oder die verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen sowie das Kantinenessen bleiben hier außen vor. 

Wenn Arbeitgeber beispielsweise eine Tankkarte gewählt haben, sollten sie nicht nur darauf achten, dass der Betrag nicht bar ausgezahlt werden kann. Es sollte auch sichergestellt sein, dass pro Monat keine Summe höher als 44 Euro auf die Karte gebucht wird. Sollte der Arbeitnehmer versehentlich doch einmal für etwas mehr als 44 Euro tanken, hilft möglicherweise eine vertragliche Regelung: Ist im Arbeitsvertrag festgelegt, dass der Mitarbeiter Beträge, die den steuerfreien Sachbezug übersteigen, zurückzahlen muss, kann das den Steuervorteil sichern. Solche Vereinbarungen über eine Rückzahlung sollten in jedem Fall schriftlich festgehalten und zu den Lohnunterlagen genommen werden.

Freigrenze gerissen? Pauschalversteuerung möglich

Ist die Freigrenze überschritten und  die Sachbezüge dadurch komplett nicht mehr steuerfrei, können Arbeitgeber immer noch den Ausweg der Pauschalbesteuerung wählen: Die Sachbezüge sind dann mit 30 Prozent pauschal zu versteuern. Bemessungsgrundlage sind die tatsächlichen Kosten für den Sachbezug inklusive der Umsatzsteuer. 

Ist die Freigrenze für Sachzuwendungen ausgeschöpft, ist es trotzdem noch möglich, einen Gutschein als Geschenk zu einem persönlichen Anlass  zu überreichen. Derartige Aufmerksamkeiten – zum Beispiel zum Geburtstag oder zur bestandenen Prüfung – zählen nicht zum Arbeitslohn. Solche Präsente bleiben bis zu einem Betrag von 40 Euro steuerfrei . Diese Freigrenze kann zusätzlich in Anspruch genommen werden. Allerdings gilt auch hier: Wird die Freigrenze überschritten, so gehen Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit ab dem ersten Cent verloren. Die gute Nachricht lautet aber: Diese Freigrenze soll ab 2015 von 40 auf 60 Euro monatlich erhöht werden  (Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015 – LStÄR 2015). Dadurch gewinnen Sie zum Jahreswechsel weitere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Ein Beitrag von
Constanze Elter
Erstellt am 24.10.2014
Aktualisiert am 24.10.2014
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