Wie werden Prämien versteuert?

Variable Gehaltsbestandteile erhöhen im Allgemeinen die Leistungen der Mitarbeiter und sind darum bei Arbeitgebern sehr beliebt. Gleichzeitig ist bekannt, dass Bonuszahlungen auch einen Manko haben: Spätestens beim Blick auf die Gehaltsabrechnung im Monat der Auszahlung wird dem Mitarbeiter bewusst, dass die eigentliche Belohnung viel geringer ausfällt als erhofft. Was oft bleibt, ist der Frust über die hohen steuerlichen Abgaben. Doch warum ist die Abgabenlast bei Bonuszahlungen so hoch? Wir zeigen Ihnen, wie Prämien versteuert werden und welche Möglichkeit es gibt, den Bonus steuerfrei auszuzahlen. 

Boni bzw. Prämien erhöhen das Bruttogehalt und damit die Grundlage für die Berechnung der Steuern und Sozialabgaben. Durch die Versteuerung der Leistung als sonstiger Bezug wirken sich keine Steuerabzugsbeträge mehr aus, da diese bereits in der Berechnung der Steuer auf das laufend gezahlte Gehalt berücksichtigt wurden. Die Steuerlast eines Bonus ist dadurch besonders hoch. Üblicherweise werden Prämien einmal jährlich gezahlt, wodurch sich dieser Effekt noch verstärkt. Darüber hinaus können auch auf Arbeitgeberseite in Abhängigkeit von der Prämiensumme erhebliche Sozialabgaben anfallen.

 

 

  Laufender Arbeitslohn Einmalige Barprämie Jahres-Arbeitslohn
Gesamtbrutto 2.744,00 € 1.000,00 € 33.928,00 €
- Steuerabzug - 415,41 € [15%] - 284,88 € [28%] - 5.270,00 €
- Abzug Sozialversicherungsbeiträge - 570,06 € - 207,75 € - 7.048,00 €
= Nettoverdienst = 1.758,53 € = 507,37 € = 21.610,00 €

Dieser Effekt entsteht auch, wenn die Prämie monatlich ausgezahlt wird:

 

 

  Laufender Arbeitslohn Monatliche Barprämie Jährlicher Arbeitslohn
Gesamtbrutto 2.744,00 € 83,33 € 33.928,00 €
- Steuerabzug - 415,41 € [15%] - 23,73 € [28%] - 5.270,00 €
- Abzug Sozialversicherungsbeiträge - 570,06 € - 17,33 € - 7.048,00 €
= Nettoverdienst = 1.758,53 € = 42,27 € = 21.610,00 €

Sollte das monatliche Gehalt oder die laufend gezahlte Prämie in der Höhe variieren, kann ein teilweiser Ausgleich dieses steuerlichen Effektes über den Jahreslohnsteuerausgleich (soweit dieser durch den Arbeitgeber am Jahresende durchgeführt wird) oder die Einreichung einer Steuererklärung durch den Arbeitnehmer erreicht werden. In bestimmten Fällen (z.B. im Jahr eines Arbeitsplatzwechsels und einer Sonderzahlung durch den neuen Arbeitgeber) führt die Prämienauszahlung als Einmalzahlung auch zur Verpflichtung des Arbeitnehmers, eine Steuererklärung einzureichen, was durch diesen als zusätzliche Belastung im Zusammenhang mit der Bonuszahlung empfunden werden kann.

Bonus steuerfrei: Mit dem 44 Euro-Sachbezug

Eine für Arbeitnehmer und Arbeitgeber günstigere Alternative für die Prämienauszahlung liefert der monatliche Sachbezug. Unternehmen können pro Monat bis zu 44 Euro Sachlohn komplett steuer- und sozialabgabenfrei an den Mitarbeiter ausgeben (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Unter die Freigrenze fallen beispielsweise Gutscheinkarten wie die Ticket Plus®, Sachprämien, Tankgutscheine oder ÖPNV-Karten.  

Die folgenden zwei Berechnungen verdeutlichen den Vorteil für den Arbeitnehmer, den die Gewährung des monatlichen Sachbezugs gegenüber einer Prämienauszahlung von 500,00 Euro über das Entgelt hat. Bei einem Gehalt von 2.744,00 Euro brutto monatlich, kommt am Jahresende 245 Euro mehr beim Arbeitnehmer an.

 

 

  Laufender Arbeitslohn Barprämie Jährlicher Arbeitslohn
Gesamtbrutto 2.744,00 € 500,00 € 33.428,00 €
- Steuerabzug - 415,41 € [15%] - 141,87 € [28%] - 5.127,00 €
- Abzug Sozialversicherungsbeiträge - 570,06 € - 103,88 € - 6.944,00 €
= Nettoverdienst = 1.758,53 € = 254,25 € = 21.357,00 €

 

 

  Laufender Arbeitslohn Prämie mtl. Sachbezug Jährlicher Arbeitslohn
Gesamtbrutto 2.744,00 € 41,67 € 33.428,00 €
- Steuerabzug - 415,41 € [15%] - [0%] - 4.985,00 €
- Abzug Sozialversicherungsbeiträge - 570,06 € - - 6.841,00 €
= Nettoverdienst = 1.758,53 € = 41,67 € = 21.602,00 €
      Plus zur Barprämie: +245,00 €

Betrachtet man alle bisher aufgeführten Rechnungen, so wird deutlich, dass sich für das Unternehmen mit der Nutzung des monatlichen Sachbezugs nicht nur finanzielle Vorteile bei den Lohnnebenkosten ergeben. Durch die deutlich günstigere Bewertung des Sachbezugs kann der Arbeitgeber auch Lohnkosten einsparen, um das gleiche Gehaltsplus für den Arbeitnehmer zu erreichen.   

In unserem Beispiel ist das jährliche Plus des Arbeitnehmers mit monatlichen Sachbezügen i.H.v. 41,67 EUR nur 8 Euro niedriger als bei einer Barauszahlung von 1.000 Euro:

 

1.000 Euro BarprämieJährl. Nettoverdienst von 21.610 Euro
500 Euro in Sachbezügen (41,67 Euro mtl.)Jährl. Nettoverdienst von 21.602 Euro

  

Der Arbeitgeber könnte also in diesem Beispielsfall eine um 500 Euro geringere Prämie gewähren, um das gleiche Gehaltsplus für den Arbeitnehmer zu erreichen.

Neben den finanziellen Vorteilen, ist der 44 Euro Sachbezug ideal, um Mitarbeitern "Danke" für gute Leistungen zu sagen. Anregungen, wie Sie ihn geschickt als Motivations- und Belohnungsinstrument einsetzen, erhalten Sie hier

Ein Beitrag von
Gülperi Atalay
Erstellt am 02.10.2017
Aktualisiert am 02.10.2017
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