Warum jeder fünfte Deutsche seine Mittagspause nicht nutzt

Möglichkeiten in der Mittagspause

Wie deutsche Arbeitnehmer ihre Mittagspause verbringen

Entspannung in der Mittagspause, ausgewogene Ernährung, eine gesunde Lebensweise, sowohl im Job als auch privat –  in der letzten Zeit ist das Bewusstsein für Themen wie diese gewachsen.

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sie ihr Leben aktiver, gesünder und ausgeglichener gestalten können. Auch Studien und Umfragen zu diesem Thema nehmen zu.

"Eine Pause tut allen gut." - Umfrage von ver.di

So erschienen erst kürzlich die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung, erhoben von ver.di, im Rahmen der Aktionswoche „Eine Pause tut allen gut“.*

Wir haben die interessantesten Ergebnisse der Umfrage für Sie zusammengefasst.

Generell geben 90 Prozent der Befragten an, dass in Ihrem Betrieb eine Mittags- bzw. Ruhepause vorgesehen ist. Trotz dessen schöpft jeder fünfte Arbeitnehmer zustehende Pausenzeiten nicht vollständig aus. Als Hauptgründe werden „zu viel Arbeit“ (55 Prozent), die Verantwortung gegenüber Kollegen, die dann übermäßig belastet würden (36 Prozent) oder der Umstand, dass der Arbeitgeber es nicht zulässt, die Pause in Anspruch zu nehmen (13 Prozent), genannt.  Als weiteren Grund für eine verkürzte Pause gaben 42 Prozent an, dass auch ihre Kollegen die Pausen nicht voll ausschöpfen und sie sich daran orientieren.

Zudem beklagen 21 Prozent der Befragten ein „pausenfeindliches“ Klima am Arbeitsplatz.

Bemängelt wird vor allem, dass kein Pausenraum vorhanden ist (33 Prozent), die fehlende Sitz/-/Liege-/Kochgelegenheit (25 Prozent) oder die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten (19 Prozent).

Hier finden Sie weitere Informationen und die gesamten Umfrageergebnisse.

"Was ist Deine ideale Mahlzeit?" - "Ideal Meal"-Umfrage von Edenred

Auch Edenred, Experte für Mitarbeitermotivation, hat dieses Jahr den Fokus auf gesunde Ernährung im Job gelegt und eine Umfrage zum Thema „Was ist dein Ideal Meal?“ durchgeführt.

Ein Onlinefragebogen mit 18 Fragen, darunter Fragen wie z.B. „Was und wo isst Du an Wochentagen zu Mittag?“ oder „Was siehst Du als erschwinglichen Preis für Dein Mittagessen unter der Woche an?“, wurde von den Mitarbeitern der jeweiligen Ländergesellschaft online ausgefüllt.

Deutschlandweit nahmen 72 Mitarbeiter der Edenred Deutschland GmbH an der Befragung teil.

Für viele der Befragten muss die Mittagspause relativ schnell gehen. So geben 44 Prozent an, dass sie ihr Mittagessen in weniger als 30 Minuten verspeisen. Drei Prozent der Befragten lassen das Mittagessen sogar komplett ausfallen. Man könnte daraus schließen, dass viele auf Grund des Zeitmangels, wie der Name schon sagt, deswegen zum „Fast Food“ greifen. 54 Prozent der Befragten geben jedoch an,  nie Fastfood zu Mittag zu essen.

Einige Befragte (11 Prozent) nehmen Speisen von zu Hause mit und verzehren diese im Aufenthaltsraum des Unternehmens. 26 Prozent hingegen suchen oft ein Restaurant auf, um dort die Mittagspause gemeinsam mit Kollegen zu verbringen.

Für 91 Prozent der Teilnehmer kostet ein erschwingliches Mittagessen in einem Imbiss oder Fastfood-Restaurant weniger als 6 €. Als angemessenen durchschnittlichen Preis für ein Mittagessen in einem Restaurant werden 10,15 € genannt.

Bei der Frage nach der „idealen Mahlzeit“ zu Mittag, fielen vor allem folgende Schlagworte:

gesund, ausgewogen, erschwinglich, gemeinsam, abwechslungsreich, sättigend und geschmackvoll.

Besonders auffällig ist, dass für viele Teilnehmer zu einer idealen Mahlzeit nicht nur ein leckeres Essen gehört, sondern auch die passende Gesellschaft, in Form von netten Kollegen oder Familie, und eine entspannte Umgebung.

Generell betont die große Mehrheit der Befragten (96 Prozent), dass sie Wert auf eine gesunde Ernährung legen.

Essgewohnheiten im Ausland – andere Länder, andere Sitten?

Gemeinsamkeiten

Vergleicht man die deutschen Ideal-Meal Ergebnisse mit denen unserer europäischen Nachbarn, so fallen einige Gemeinsamkeiten auf.  Der Trend geht sowohl in Italien, Polen, Belgien als auch Deutschland dazu, die Mahlzeiten bewusst zu genießen, sich während dem Essen eine Auszeit vom hektischen Alltag zu gönnen und die Speisen gemeinsam mit Familie, Freunden oder Kollegen zu sich zu nehmen.

Zudem wird immer mehr Wert darauf gelegt, gesunde und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu verarbeiten. Vor allem das Abendessen wird trotz einer großen Vielzahl an Restaurants von den meisten Befragten zu Hause mit frischen Lebensmitteln zubereitet (Italien 94 Prozent, Polen 93 Prozent, Belgien 88 Prozent).

Unterschiede

Unterschiede werden vor allem beim angemessenen Preis für ein Mittagessen deutlich. So geben die befragten Belgier an, dass für sie der erschwingliche Preis für ein Essen im Restaurant bei über 19 € liegt, während es in Deutschland nur 10,15 € sind.  Die Bereitschaft mehr Geld in Restaurants und Speiselokalen auszugeben, ist demnach in einigen Nachbarländern sehr viel größer als in Deutschland.

Auch die Zeit, die beim Mittagessen verbracht wird, unterscheidet sich in den verschiedenen Ländern stark. Während in Deutschland die Mittagspause eher schnell hinter sich gebracht wird, ist es beispielweise in Frankreich üblich auch mittags über eine Stunde lang Pause zu machen oder sich zu Geschäftsessen zu verabreden, die dann durchaus länger ausfallen können. 

Während in Deutschland auch heutzutage immer noch einige Arbeitnehmer eine „Lunchbox“ oder die altbewährte „Stulle“, von zu Hause mitnehmen, ist dies beispielsweise in Frankreich ziemlich selten. Hier wird die Mittagspause meist mit Kollegen, außerhalb der Büroräume,  im Restaurant verbracht.

Einer der wohl größten Unterschiede in den Essenskulturen zwischen Deutschland und anderen Ländern ist das Phänomen des „zweiten Frühstücks“ im Laufe des Vormittags.

Als wir unseren Kollegen im französischen Head-Office davon erzählt haben, dass bei uns jeden Morgen ein sympathischer und gutgelaunter „Brotzeitmann“ ins Büro um kurz nach neun Uhr kommt, damit sich alle für die Mittagspause oder für ihr „zweites Frühstück“ rüsten können, haben uns unsere Kollegen mit fragenden Augen angesehen und wollten wissen, was denn ein „german Brotzeitmann“ sei?

Diese Essenskultur war ihnen bis dato unbekannt.

Hier ein Foto von unserem sympathischen „Brotmann von Balan“, wie er sich selber nennt.

brotzeitmann-zweite-mittagspause-essgewohnheiten-deutschland
Uns würde sehr interessieren, wie Sie Ihre Mittagspause verbringen. Schreiben uns eine E-Mail oder kommentieren Sie einfach im Kommentarfeld unterhalb. Gerne senden wir Ihnen als kleines Dankeschön unseren Rezepte-Fächer mit leckeren Gerichten aus unserer Ideal Meal Reihe zu.

Wir freuen uns auf Ihre Antworten!


*Umfrage erhoben von ver.di

• Grundgesamtheit: Abhängig beschäftigte Arbeiter, Angestellte, Azubis und Beamte ab 14 Jahren in Deutschland

• Fallzahl: 493 Befragte

• Erhebungsverfahren: Computergestütze Telefoninterwievs (CATI)

• Institut: TNS Infratest Politikforschung

• Vom 28. Mai 2014

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Ein Beitrag von
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Erstellt am 13.06.2014
Aktualisiert am 13.06.2014
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