Tankgutschein: Aufpassen bei der Entfernungspauschale

Eigenschaften des steuerfreien Sachbezüges in Form eines Tankgutscheins

Wer seinen Angestellten etwas Gutes tun möchte, etwa als Anerkennung für ein erfolgreiches Projekt oder als Motivationsschub für die Zusammenarbeit mit einem neuen Kunden, hat diverse steuerbegünstigte Alternativen. Eine davon ist der Tankgutschein, in der Regel in Form einer elektronischen Gutscheinkarte. Diese hält einen Geldbetrag bereit, der genau bestimmt und begrenzt werden kann.


Tankgutschein auch für Privatfahrten

Auf diese Weise fällt der Tankgutschein unter den steuerfreien monatlichen Sachbezug – bis zu 44 Euro können hier steuerfrei an den Arbeitnehmer auf eine elektronische Tankkarte geladen werden, wenn die Barauszahlung ausgeschlossen ist. Auch für den Angestellten ist diese Variante steuerfrei – und darüber hinaus attraktiv. Denn der Arbeitnehmer kann den Benzingutschein ebenso für Privatfahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte verwenden.

Das hat bei den Finanzämtern offenbar Begehrlichkeiten geweckt. So versucht so mancher Sachbearbeiter, dem Steuerpflichtigen die Entfernungspauschale anteilig zu kürzen. Strittig ist, ob der Benzingutschein des Arbeitgebers nicht beim Arbeitnehmer die Entfernungspauschale mindert, die dieser für seine Fahrten zur Firma als Werbungskosten geltend macht.

Tankgutschein kein Fahrtkostenzuschuss

Experten widersprechen dem jedoch: Im Gesetz ließe sich dazu keine konkrete Aussage finden. Im Gegenteil: Da Tankgutscheine nicht zweckgebunden überlassen werden dürfen, sind sie demzufolge auch nicht als Fahrtkostenzuschuss einzustufen. Die Beträge sind daher nicht auf die Entfernungspauschale anzurechnen. Und für Arbeitgeber gilt: Ein gesonderter Ausweis in der Lohnsteuerbescheinigung ist nicht erforderlich. Dies ist übrigens sogar in einem Schreiben der Finanzverwaltung so festgelegt: In einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums aus dem Jahr 2013 ist festgehalten, dass der Arbeitgeber 44-Euro-Benzingutscheine in der Lohnsteuerbescheinigung nicht unter "Steuerfreie Arbeitgeberleistungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte" aufführen muss. 

Vorsorglich können Sie Ihre Angestellten darauf hinweisen, dass diese sich gegen ein solches Verhalten des Finanzamts mit einem Einspruch wehren können. Wenn also der zuständige Sachbearbeiter die Entfernungspauschale, die bei den Werbungskosten angesetzt wurde, anteilig für die Vorteile aus Tankgutscheinen kürzt, sollte der betroffene Arbeitnehmer Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen. Tipp: Zugleich können auch Sie als Arbeitgeber etwas zur Klärung beitragen – und bei der Lohnsteuerstelle des zuständigen Finanzamts eine Anrufungsauskunft stellen. Diese Anrufungsauskunft ist kostenlos und sollte aus Gründen der Rechtssicherheit beantragt werden. 

Achtung: Da die Finanzämter den Steuervorteil nur für einen echten Sachbezug gewähren, muss besonders bei Tankgutscheinen darauf geachtet werden, dass sie nicht in bar ausgezahlt werden können. Unternehmer sollten also darauf achten, dass die Akzeptanzstellen ihrer Gutscheine vertraglich verpflichtet sind, kein Bargeld auszuzahlen.

Ein Beitrag von
Constanze Elter
Erstellt am 15.05.2015
Aktualisiert am 15.05.2015
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