Steuerfreier Fahrtkostenzuschuss zur Tätigkeitsstätte - das müssen Sie beachten!

Unternehmen können ihre Arbeitnehmer über den gezahlten Lohn hinaus unterstützen. So können beispielsweise Arbeitgeber freiwillig einen Fahrtkostenzuschuss für den Weg vom Wohnort zur Arbeitsstätte gewähren. Diese Kosten können bis zur Höhe der Entfernungspauschale übernommen werden und müssen pauschal mit 15% oder individuell nach den ELStAM Merkmalen des Arbeitnehmers versteuert werden. Der Zuschuss darf allerdings maximal bis zu dem Betrag erfolgen, den der Mitarbeiter nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 und Abs. 2 EStG als Werbungskosten geltend machen könnte, wenn er keine Fahrtkosten vom Arbeitgeber erhalten würde.

Es gibt verschiedene Anlässe für Fahrtkostenzuschüsse:

  • Sammelbeförderung (z.B. bei einer Auswärtstätigkeit) oder bei einer beruflich notwendigen doppelten Haushaltsführung. Bei diesen Fällen bleibt der Fahrtkostenzuschuss sogar steuerfrei.
  • Freiwilliger Zuschuss des Arbeitgebers für die täglichen Fahrten zur Arbeitsstätte. Jedoch verweigern viele Arbeitgeber bereits im Vorfeld Fahrtkostenzuschüsse mit dem Hinweis auf die mögliche Abrechnung über die Werbungskosten. Allerdings werden Werbungskosten erst bei der Einkommensteuererklärung des Arbeitnehmers rückwirkend berücksichtigt und so würde eine Abrechnung über die Werbungskosten im Vergleich zum Erhalt des Fahrtkostenzuschusses durch den Arbeitgeber zu einem geringeren Nettoeinkommen führen. 

Formel zur Berechnung des Fahrtkostenzuschusses

Arbeitstage (tatsächliche Arbeitstage) x Kilometer (einfacher Weg) x 0,30 Euro

Hinweise, die bei der Berechnung zu beachten sind:

  • nur tatsächliche Arbeitstage dürfen berücksichtigt werden. Krankheits- oder Urlaubstage dürfen nicht berücksichtigt werden.
  • es gilt nur der einfache und kürzeste Weg zur Arbeitsstätte.
  • die zu entrichtende Lohnsteuer von 15% kann vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer „abgewälzt“ werden.

Beispielrechnung Fahrtkostenzuschuss

Herr Maier lebt in Freising (Bayern) und arbeitet an 200 Tagen im Jahr und pendelt jeden Tag nach München zu seiner Arbeitsstätte, was eine einfache Strecke von 50 Kilometern bedeutet. Der Fahrtkostenzuschuss bei Herrn Maier wird pauschal mit 15% Lohnsteuer, 5,5% Solidaritätszuschlag und 8% Kirchensteuer versteuert und die Abgaben werden vom Arbeitgeber geleistet.

Dies ergibt folgende Rechnung:

  • 200 Tage x 50 Kilometer x 0,30 Euro = 3.000,00 Euro

Zu entrichtende Abgaben auf den Betrag von 3.000,00 Euro

  • Lohnsteuer (15%) = 450,00 Euro
  • Solidaritätszuschlag (5,5% von 450,00 Euro) = 24,75 Euro
    Kirchensteuer (8% von 450,00 Euro) = 36,00 Euro
  • Kirchensteuer liegt in Bayern und Baden-Württemberg bei 8% (in den anderen Bundesländern bei 9%).

Abgaben, die der Arbeitgeber entrichten muss = 510,75 Euro

Fahrtkostenzuschuss für Auszubildende

So können Azubis neben der Ausbildungsvergütung noch zusätzlich unterstützt werden. Für Unternehmen, die Auszubildende suchen, kann solch ein Fahrgeld ein geeignetes Mittel zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber führen.

Fahrtkostenzuschuss für Geringverdiener (Minijob)

Das Gehalt für Minijobs darf maximal 450 Euro pro Monat betragen und wenn das Gehalt diese Freigrenze übersteigt, fallen Steuern und Sozialabgaben an. Der Fahrtkostenzuschuss kann in diesem Fall als, vorsichtig formuliert, versteckte Gehaltserhöhung dienen.

Vorteile für Arbeitgeber 

Arbeitgeber können ihre Ausgaben durch die Bezuschussung zu den Fahrtkosten senken. So können die Fahrtkostenzuschüsse beispielsweise anstelle einer Lohnerhöhung ausgezahlt werden. Das Ergebnis sind geringere Ausgaben, da man keine Sozialabgaben wie Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlt.

Vorteile für Arbeitnehmer

Der Arbeitnehmer hat unter dem Strich mehr netto vom Brutto. Wird der Zuschuss nämlich auf das Bruttoeinkommen addiert, unterliegt die Erhöhung der steuerlichen Progression und somit kommt dementsprechend weniger Geld beim Arbeitnehmer an, im Vergleich zu ankommen.

Mögliche negative Auswirkungen

Die Berücksichtigung des Fahrtkostenzuschusses hat neben den positiven Vorteilen, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Geld sparen bzw. gewinnen, auch mögliche negative Auswirkungen. So kann der Fahrtkostenzuschuss bei einem Verlust des Arbeitsplatzes zu einem geringeren Arbeitslosengeld (für den Zuschuss werden keine Sozialversicherungs-Beiträge geleistet) oder im Krankheitsfall zu geringerem Krankengeld führen.

Alternativen zum Fahrtkostenzuschuss

Viele Unternehmen nutzen zusätzlich zum Fahrtkostenzuschuss oder sogar anstelle des Fahrtkostenzuschusses den monatlichen 44 Euro-Sachbezug in Form eines Tankgutscheins zur Unterstützung ihrer Arbeitnehmer. Der 44 Euro-Sachbezug unterliegt allerdings anderen steuerlichen Bestimmungen.  Für mehr Informationen über Tankgutscheine empfehlen wir Ihnen unser Whitepaper „Tankgutschein statt Gehaltserhöhung“. Hier erklären wir ausführlich, wie Sie Tankgutscheine steuerfrei uns rechtssicher in Ihrem Unternehmen einsetzen können. 

Fazit

Abschließend kann festgehalten werden, dass Fahrtkostenzuschüsse eine sinnvolle Unterstützung von Arbeitnehmern darstellen. Sie werden finanziell unterstützt und haben am Ende mehr Geld zur Verfügung. Arbeitgeber können im Vergleich zu einer möglichen Gehaltserhöhung Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sparen und geben unter dem Strich weniger Geld aus. 

Ein Beitrag von
E-Block-Team
Erstellt am 11.04.2017
Aktualisiert am 11.04.2017
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