Steuerfreie Arbeitgeberleistungen im Überblick

Übersicht der steuerfreien Arbeitgeberleistungen

Mehr Netto vom Brutto durch lohnsteuerfreie Zuwendungen des Arbeitgebers

Wer seine Angestellten motivieren oder am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen möchte, ist mit einer Gehaltserhöhung womöglich schlecht beraten. Denn von positiven Anreizen dieser Art kommt beim Arbeitnehmer nicht viel an. Sachbezüge – also Einnahmen, die nicht in Euro und Cent an den Mitarbeiter fließen – bieten hier klare Vorteile. Zumal viele von ihnen steuerlich begünstigt sind.

Sachbezüge: Alle profitieren

Eine einfache Beispielrechnung: Ein Arbeitgeber sagt seinem Angestellten eine Gehaltserhöhung von 100 Euro brutto zu, um ihn für konstruktiven Input bei verschiedenen Projekten zu belohnen. Davon kommen aber nur etwa 50 Euro beim Arbeitnehmer netto an. Wandelt man das Ganze in einen Sachbezug um – etwa in einen Tankgutschein –, hat der Arbeitnehmer ungefähr das Gleiche netto und steuerfrei in der Tasche. Für den Arbeitgeber wiederum liegt der Vorteil nicht nur in der eingesparten Gehaltserhöhung samt Bruttoleistungen, sondern auch darin, dass hierfür keine Sozialversicherungsabgaben anfallen. Es gibt viele Variationen von Sachbezügen, die steuerlich begünstigt sind. Da wäre zum einen der Klassiker: Sachbezüge, die zum Beispiel in Form von Gutscheinen überreicht werden. Inzwischen gibt es regelrechte Scheckkarten, die monatlich mit einem bestimmten Betrag bebucht werden. Mit diesen Gutscheinen kann man bei den verschiedensten Anbietern einkaufen – etwa bei Tankstellen, in Kaufhäusern oder auch in Internetshops. Dass die elektronischen Gutscheine mit einem fixen Betrag ausgestattet werden, hat seinen Grund. Denn Sachbezüge sind steuerlich nur bis zu einer Summe von 44 Euro pro Monat begünstigt. Entscheidend ist, dass dieser Betrag eine so genannte steuerliche Freigrenze ist. Im Gegensatz zu einem Freibetrag heißt das: Wird die Grenze von 44 Euro im Monat überschritten, ist die Steuervergünstigung für den kompletten Betrag hinfällig. Außerdem wird die Summe in Gänze dann auch wieder der Sozialversicherung unterworfen.

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Achtung: Regelungen für Gutscheine beachten

Da die Finanzämter den Steuervorteil nur für einen echten Sachbezug gewähren, muss besonders bei Gutscheinen darauf geachtet werden, dass sie nicht in bar ausgezahlt werden können. Unternehmer sollten also darauf achten, dass die Akzeptanzstellen ihrer Gutscheine vertraglich verpflichtet sind, kein Bargeld auszuzahlen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Arbeitgeber nachweisen kann, wann er den Gutschein überreicht hat. Entscheidend ist für die Finanzverwaltung, dass in einem Monat tatsächlich nur Sachbezüge im Wert von höchstens 44 Euro zugeflossen sind. Sämtliche Sachzuwendungen werden hier zusammengerechnet, nicht ausgeschöpfte Beträge dürfen nicht in den nächsten Monat übertragen werden. Außerdem dürfen keine tariflichen Ansprüche in Gutscheine umgewandelt werden: Hat der Arbeitnehmer beispielsweise Anspruch auf Urlaubsgeld, darf dies nicht durch einen Tankgutschein ersetzt werden. Tipp: Nicht jeder Sachbezug wird in die Berechnung der 44-Euro-Grenze mit einbezogen. So kann beispielsweise ein Mitarbeiter, der einen Firmenwagen auch privat nutzt und dies korrekt versteuert, noch einen Tankgutschein erhalten. Auch Personalrabatte oder die verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen bleiben hier außen vor . Hier finden Sie weitere Informationen, wie Sie ihren Mitarbeitern Opens external link in new windowsteuerfreie Zuwendungen zukommen lassen können.

Kindergartenzuschuss: Arbeitgeber finanziert Betreuung

Berufstätige Eltern haben oft Probleme, einen Betreuungsplatz für ihre Kinder zu finden. Und wenn sie einen Platz ergattert haben, kostet dieser häufig einiges. Auch hier kann der Arbeitgeber sich mit einem Kindergartenzuschuss beteiligen. Voraussetzung: Das Kind ist noch nicht schulpflichtig und wird außerhalb des Haushalts betreut. Steuerlich begünstigt sind damit Kindergärten, Krippen, Krabbelstuben oder die Betreuung bei einer Tagesmutter. Sind beide Elternteile angestellt, können auch beide von ihren Arbeitgebern den begünstigten Zuschuss erhalten – steuerfrei aber natürlich maximal nur so viel, wie tatsächlich auch Kosten angefallen sind .

Private Nutzung von PC und Telekommunikationsgeräten

Viele Angestellte bekommen von ihren Chefs einen Firmencomputer, Tablets und Smartphones gestellt. Die private Nutzung von PC und Telekommunikationsgeräten ist steuerfrei. Das gilt zum Beispiel, wenn der Arbeitgeber Grundgebühr und laufende Kosten übernimmt oder das Gerät dem Arbeitnehmer komplett zur privaten Nutzung überlässt. Voraussetzung: Smartphone und Co bleiben im Besitz des Arbeitgebers. Das heißt, dass der Mitarbeiter es zurückgeben muss, wenn er aus dem Unternehmen ausscheidet.

 

Gesundheit: Steuerbegünstigt entspannen und bewegen

Eine weitere Möglichkeit, seinen Arbeitnehmern etwas Gutes zu tun, ist der Aufbau einer betrieblichen Gesundheitsförderung. Hier kann der Arbeitgeber dem Mitarbeiter Leistungen im Wert von bis zu 500 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen. Voraussetzung auch hier: Die Leistungen müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt werden. Begünstigt sind beispielsweise Kurse rund um die Themen Bewegung, Ernährung, Entspannung oder auch Nichtraucher-Kurse. Die gesetzlichen Krankenkassen haben in einem umfangreichen Leitfaden sämtliche Punkte zusammengefasst, die hier wichtig sind. Im Unterschied zum klassischen Sachbezug ist die Summe von 500 Euro ein Freibetrag. Wird also der Freibetrag überschritten, ist nur die darüber liegende Summe steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Essensmarken

Auch Essensmarken – etwa in Form von Restaurantschecks – sind steuerlich begünstigt. Diese Gutscheine können für die unterschiedlichsten Variationen von Mahlzeiten eingelöst werden. Restaurantschecks werden nicht nur in Gaststätten, der Systemgastronomie oder Steakhäusern akzeptiert. Auch Supermärkte und andere Lebensmittelgeschäfte nehmen Restaurantschecks an. Für kostenlose oder verbilligte Verpflegung hat der Fiskus Sachbezugswerte festgelegt.
Demnach sind anzusetzen: • 1,63 Euro für ein Frühstück • 3 Euro für ein Mittag- oder Abendessen Wenn Sie an Ihre Mitarbeiter Restaurantschecks ausgeben, dürfen diese pro Stück höchstens 3,10 Euro über dem Betrag liegen, der aktuell als Sachbezugswert für das Mittagessen festgelegt ist. Für 2017 gilt also eine Maximalsumme von 6,27 Euro pro Menüscheck– 3,17 Euro Mitarbeiteranteil plus 3,10 Euro Arbeitgeberanteil.

Restaurantschecks: Steuervorteile auf vielen Wegen

Den Bonus von bis zu 3,10 Euro gibt es in jedem Fall steuer- und sozialabgabenfrei. Bleibt noch der Sachbezugswert, der als geldwerter Vorteil eigentlich normal versteuert werden müsste. Um dies zu umgehen, gibt es jedoch mehrere Varianten: Der Arbeitnehmer kann sich selbst an dem Restaurantscheck mit 3,17 Euro beteiligen. Eine andere Alternative ist, dass Sie als Arbeitgeber die Pauschalversteuerung übernehmen. Damit versteuern Sie den Sachbezugswert pauschal mit 25 Prozent. Dann bekommen Ihre Angestellten die Restaurantschecks brutto wie netto, müssen also weder Steuern noch Sozialabgaben bezahlen. Voraussetzung ist allerdings, dass mit den Gutscheinen tatsächlich nur Lebensmittel eingekauft werden können. Übrigens: Aufmerksamkeiten zu persönlichen Anlässen – zum Beispiel zum Geburtstag oder zur bestandenen Prüfung – zählen nicht zum Arbeitslohn. Solche Geschenke können bis zu einem Betrag von 60 Euro steuerfrei überreicht werden. Die beiden Freigrenzen für den monatlichen Sachbezug und persönliche Aufmerksamkeiten können Arbeitgeber nebeneinander gewähren. Allerdings gilt auch hier: Wird die Freigrenze überschritten, so gehen Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit ab dem ersten Cent verloren.

 

 

Ein Beitrag von
Constanze Elter
Erstellt am 23.01.2017
Aktualisiert am 23.01.2017
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