Social Media Recruiting – Personalmarketing in sozialen Netzwerken

Gute Mitarbeiter finden – dieses Ziel haben aktuell zahlreiche Unternehmen. In Anbetracht des steigenden Fachkräftemangels wird das Recruiten und Besetzen einer Stelle immer mehr zur Herausforderung für Führungskräfte. Arbeitnehmer hingegen haben heutzutage die „Qual der Wahl“ bei Angeboten von Arbeitsplätzen – aber wissen meist auch schon genau, was sie wollen oder nicht wollen.

Diese Entwicklung hat zur Folge, dass viele Firmen ihre Recruiting Strategien anpassen oder ändern müssen, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Eine Befragung von Softgarden zeigt, dass 56 Prozent einen Bewerbungsprozess bereits abgebrochen haben, weil das Bewerbungsverfahren zu umständlich war. Umso wichtiger ist es für Personalverantwortliche kreativ zu werden und neue Methoden zur Mitarbeitersuche einzusetzen.

Eine beliebte und erfolgreiche Recruiting Maßnahme stellt hierbei die Suche in sozialen Netzwerken dar. In einer Bitkom-Umfrage geben 44 Prozent der Unternehmen an, dass sie dort auf Kandidatensuche gehen, um offene Positionen zu besetzen. Lesen Sie in diesem Beitrag mehr über Social Media Recruiting und sammeln Sie wertvolle Tipps für die Personalsuche in Ihrem Unternehmen.

Was ist Social Media Recruiting?

Die Personalsuche in sozialen Netzwerken hat sich etabliert.

Anfangs wirkte es für viele wie ein Trend: Unternehmen werben bei Xing, LinkedIn, Facebook oder Twitter um neue Mitarbeiter. Mittlerweile hat sich diese Methode im Recruiting-Mix durchgesetzt und ist für Arbeitgeber bei der Personalbeschaffung unverzichtbar.

Sucht man nach einer Definition von Social Media Recruiting, so kann man sagen, dass es sich hierbei um eine Maßnahme im Personalmarketing handelt, die auf eine Bewerbersuche in den sozialen Netzwerken ausgelegt ist. Durch diesen neuen Recruiting Kanal erhalten Unternehmen Vorteile und Chancen hinsichtlich der Stellenbesetzung, vorausgesetzt sie gehen es richtig an.

 

1. Reichweite steigern

Mit einer Anzeige in sozialen Netzwerken erreichen Sie viel mehr Menschen, als mit einer gewöhnlichen Stellenausschreibung auf der Webseite oder in Jobportalen. Bei Xing, LinkedIn oder Facebook vergrößert sich die Reichweite Ihrer Anzeige durch jeden Like oder Kommentar. So besteht für Sie eine gute Chance,  dass Sie von Talenten entdeckt werden, die Ihre Firma noch nicht kennen oder eigentlich gar nicht auf Jobsuche sind. Mit einer Anzeige in den sozialen Netzwerken können Sie Ihre Zielgruppen und die jeweilige Performance anschließend analysieren und Rückschlüsse zur Optimierung ziehen.

 

2. Arbeitgeberattraktivität steigern

Ist der Ruf erst ruiniert… Das kann Ihnen mit einer guten Employer Branding Strategie nicht passieren! Diese ist ein wichtiger Teil bei der Personalgewinnung, denn aufgrund der großen Auswahl an Arbeitsplätzen achten Arbeitnehmer mehr denn je darauf, wo sie zukünftig tätig sein werden. Wer hier nicht mithalten kann, bleibt auf der Strecke.

Aus diesem Grunde sollten Sie ein Unternehmensprofil in sozialen Kanälen anlegen und sich dort von Ihrer besten Seite zeigen! Nutzen Sie Ihr Profil, um wertvolle Informationen zu verankern, die für Bewerberinteressant sind und überzeugen. Ideal eignen sich authentische Unternehmensvideos, in denen Sie Kollegen zu Wort kommen lassen. Erzählen Sie von Erfolgsgeschichten und warum Ihre Mitarbeiter gerne  bei Ihnen arbeiten. Sie werden erstaunt sein, wie viele Ihr Unternehmensprofil besuchen. Die gute Pflege Ihres Profils wirkt sich in jedem Falle positiv auf Ihre Arbeitgebermarke aus.

 

3. Bewerberkommunikation beschleunigen

Durch Social Media haben Personaler die Möglichkeit, eine neue Ansprache bei Bewerbern einzusetzen, mit der sie schneller und unkomplizierter in einen Dialog mit Arbeitssuchenden treten. Auf sozialen Plattformen haben Sie – anders als bei Jobbörsen – den direkten Kontakt zur Person und können schnell auf Fragen reagieren. Laut der Umfrage von Softgarden gaben über 42 Prozent an, dass Sie einen Bewerbungsprozess abbrechen, weil das Unternehmen zu langsam reagiert. Dieser neue Kanal bietet Ihnen demnach die nötige Flexibilität, die sich Bewerber wünschen.

 

4. Active Sourcing

Der persönliche Kontakt zum Kandidaten bedeutet für HR, dass Sie sich bereits im Vorfeld ein Bild vom potenziellen Mitarbeiter machen können. Beantworten Sie Rückfragen und gehen Sie auf den Interessenten ein. Das wird ihn an dieser Stelle schon an Ihr Unternehmen binden. Sie erhalten einen authentischen Eindruck und können früh einschätzen, ob die Person in Ihr Unternehmen und zum Team passt. Laut einer Bitkom-Studie von 2018 nutzen bereits 63 Prozent der befragten Personalverantwortlichen soziale Medien zur Bewerberüberprüfung. 8 Prozent der Personaler gaben an, einen Kandidaten ohne ein Social-Media-Profil gar nicht erst einzustellen – bei 16 Prozent der Unternehmen sei ein Social-Media-Profil sogar ein Einstellungskriterium.

 

5. Empfehlungsmarketing stärken

Eine Stellenanzeige auf sozialen Plattformen wird wesentlich schneller geteilt und weitergeleitet als gewöhnliche Ausschreibungen in Jobbörsen. Vielleicht sieht die beste Freundin Ihrer zukünftigen Mitarbeiterin Ihre Stellenausschreibung – und sendet diese mit nur wenigen Klicks an die Jobsuchende weiter. Das Tolle: Mit jedem Kommentar, Like oder Share eines Nutzers steigern Sie kostenlos Ihre Reichweite. Darüber hinaus zählen Kommentare zum „social proof“ und können andere überzeugen, auch mal bei Ihnen vorbeizuschauen.

Chancen und Risiken von Online-Recruiting

Wenn Sie eine offene Stelle in Ihrer Firma schnellstmöglich besetzen möchten reicht eine klassische Stellenausschreibung auf der Webseite oder in Jobportalen also lange nicht mehr aus. Immer mehr Personaler erkennen dies und setzen aus diesem Grunde auf soziale Medien zur Unterstützung Ihres Recruitings. Eine Umfrage von Monster hat 2019 gezeigt, dass Xing mit über 42 Prozent und LinkedIn mit 29 Prozent bei Arbeitnehmern zu den beliebtesten Social-Media-Plattformen für die Suche nach Stellenanzeigen zählen.

Um das Interesse von potenziellen Kandidaten auf diesen sozialen Plattformen zu wecken, gibt es einiges zu beachten. Wir geben Ihnen Tipps zum professionellen Auftritt in Online-Netzwerken und klären auf, welche Vorauszungen gegeben seinset sollten, damit diese Strategie erfolgreich wird.

1. Strategische Social Media Kampagnen im Recruiting

Damit Ihre Mitarbeitersuche in den sozialen Netzwerken erfolgreich ist, sollten Sie diese wie eine Kampagne behandeln, in der Sie nichts dem Zufall überlassen und stets den Überblick behalten. Legen Sie Ziele fest, welche Möglichkeiten Sie zur Erreichung der Ziele haben und welche Maßnahmen und Methoden Sie hierfür einsetzen möchten. Ebenso sollten Sie sich bewusst machen, welche Zielgruppe Sie mit welcher Anzeige ansprechen möchten und welche Plattform hierfür geeignet ist.

2. Neue Bewerberansprache entwickeln

Als Unternehmen müssen Sie die Bewerber nicht nur erreichen, sondern zudem auch von sich überzeugen. Dies wird nicht leichter, je mehr Unternehmen sich um neue Mitarbeiter bemühen. Mit einem Recruiting-Programm in den sozialen Medien treten Sie in direkten Kontakt mit Interessenten und können Fragen sofort beantworten.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Unternehmen für diesen Kanal bei der Mitarbeitersuche eine andere Bewerberansprache anwenden müssen als auf herkömmlichen Jobbörsen, wo der Bewerber sich mit der Einreichung einer fertigen Bewerbung bewirbt. Auf sozialen Plattformen haben Sie die Möglichkeit, auf persönlicher Ebene zu überzeugen, denn der erste Kontakt entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg.

3. Kapazitäten prüfen
Eine Social Media Kampagne erfordert Zeit und Ressourcen. Wenn Ihr Unternehmen in sozialen Netzwerken auf Mitarbeitersuche geht, sollten Sie demnach sicherstellen, dass Sie für die Betreuung der Kanäle über genügend Kapazitäten verfügen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Ihr Unternehmen auf diesen Plattformen als träge oder nachlässig wirkt. Reagieren Sie schnell, organisieren Sie sich innerhalb Ihres Teams und vergeben Sie genaue Verantwortlichkeiten.

4. Budget bereitstellen
Ohne Budget erhalten Sie keine nennenswerte Reichweite. Um eine gewisse Reichweite zu erlangen, müssen Sie bei der Kampagnen-Planung des Social-Media-Recruitings Budget freiräumen. Fangen Sie bei der Anzeigenschaltung mit einem geringeren Budget an und beobachten Sie die Entwicklung in den nächsten Tagen. Danach sollten Sie, abhängig von der Performance und Laufzeit, entscheiden, ob Sie das Budget anheben oder sogar verringern. Erkundigen Sie sich auch über Besonderheiten von einzelnen Netzwerken – das kann Ihnen Kosten ersparen.

 

5. Datenschutz beachten

Der Datenschutz hat in Deutschland einen hohen Stellenwert, den es selbstverständlich auch im Bereich des Recruitings zu beachten gilt. Aus diesem Grunde sollten Sie sich noch vor der Schaltung Ihrer Recruiting-Anzeigen über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren und überlegen, wie Sie dieses Thema sicherstellen.

Personalsuche in sozialen Netzwerken – ein Fazit

Das Internet und insbesondere Social Media nehmen einen großen Raum in unserem Leben ein. Recruiter und Führungskräfte müssen auf diese Entwicklungen reagieren, wenn Sie potentielle Kandidaten finden möchten, um offene Positionen zu besetzen.

Eine Firma steht und fällt mit ihren Mitarbeitern. Und der Kampf um neue und gute Mitarbeiter trifft derzeit zahlreiche Unternehmen. Wer hier nicht mithalten kann, wird über kurz oder lang auf der Strecke bleiben. Personalverantwortliche müssen sich mit diesen Themen befassen und neue Wege bei der Mitarbeitersuche gehen. Je schneller Sie im Social Media Recruiting Fuß fassen, umso mehr Bewerber werden auf Ihre Stellen aufmerksam.

E-Block-Team
Ein Beitrag von
E-Block-Team
Erstellt am 17.07.2019
Aktualisiert am 17.07.2019
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