Sachbezüge: Alles außer Geld

Monat für Monat das Gleiche: Ihr Arbeitnehmer erhält sein Gehalt, ganz gleich, wie gut er gearbeitet oder wie motiviert er Projekte angestoßen hat. So mancher Chef belohnt seine Angestellten daher nicht in Euro und Cent, sondern mit Sachleistungen.

 



Der Sachbezug, seine Vorteile erkennen und nutzen

Das hat Vorteile, denn viele der so genannten Sachbezüge sind steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Ein Sachbezug liegt vor:

  • bei jeder Einnahme, die nicht in Geld besteht
  • bei einer Zahlung an den Arbeitnehmer, die mit der Auflage verbunden ist, den Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu nutzen
  • bei einem Warengutschein mit einem Höchstbetrag

Umgekehrt gilt, dass kein Sachbezug vorliegt, wenn der Arbeitnehmer anstelle des Sachbezugs den Anspruch hat, dass ihm der Barlohn ausgezahlt wird.

Der steuerbegünstigte Sachbezug

Arbeitgeber können über steuerbegünstigte Sachbezüge ihren Angestellten den Alltag finanziell etwas erleichtern. Zu den steuerfreien Varianten zählen beispielsweise Personalrabatte, Restaurantschecks oder der Kindergartenzuschuss. Seit 2015 gibt es außerdem die Möglichkeit, eine Kindernotbetreuung steuerfrei zu unterstützen: Wenn der Babysitter einspringen muss, kann sich der Arbeitgeber mit einem steuerfreien Extra beteiligen – auch bei schulpflichtigen Kindern bis 14 Jahre. Bis zu 600 Euro im Jahr dürfen Arbeitgeber für diese kurzfristig erforderlichen Betreuungsleistungen hinzuschießen.

Auch die private Nutzung von betrieblichen Smartphones, Tablets und Computern ist steuerfrei. Steuerpflichtig wird dies erst dann, wenn dem Angestellten die Geräte überlassen werden – allerdings können Sie als Arbeitgeber dies pauschal abgelten. Gesundheitsvorsorge und Suchtvorbeugung zählen ebenfalls zu den steuerbegünstigten Zusatzleistungen. Hier können Sie Ihrem Mitarbeiter Leistungen im Wert von bis zu 500 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen. 

Der Sachbezug und die Freigrenze

Grundsätzlich gilt: Die Leistungen müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt werden. Wichtig ist außerdem, bei Sachbezügen wie Waren- oder Tankgutscheinen die steuerlichen Bedingungen zu beachten. Denn Sachbezüge sind nur bis zu einer Freigrenze von 44 Euro pro Monat steuerlich begünstigt. Eine Freigrenze ist der Betrag, bis zu dem die Bemessungsgrundlage steuerfrei bleibt. Das bedeutet: Wird die Freigrenze überschritten, muss die volle Bemessungsgrundlage besteuert werden. Damit gilt die Steuerpflicht nicht nur für den übersteigenden Betrag, sondern für die Gesamtsumme. Außerdem wird die Summe in Gänze dann auch der Sozialversicherung unterworfen.

Daher ist es wichtig, bei der Berechnung der 44-Euro-Freigrenze im Monat einige Punkte genau zu beachten:

  • Sämtliche Sachbezüge in einem Monat werden zusammengerechnet.
  • Nicht ausgeschöpfte Beträge dürfen nicht auf andere Monate übertragen werden.
  • Es ist nicht möglich, die 44-Euro-Freigrenze auf einen Jahresbetrag hochzurechnen.

Hinweis: Arbeitet der Betreffende bei mehreren Arbeitgebern, darf die monatliche Freigrenze mehrfach in Anspruch genommen werden. 

Der Sachbezug und sein Zufluss

Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Arbeitgeber nachweisen kann, wann er den Gutschein überreicht hat. Entscheidend ist für die Finanzverwaltung, dass in einem Monat tatsächlich nur Sachbezüge im Wert von höchstens 44 Euro zugeflossen sind.

Hier einige Beispiele dafür, wie unkompliziert ein steuerfreier Sachbezug aussehen kann:

  • Sie überreichen den Team-Mitarbeitern eines bestimmten Projekts jeweils einen Geschenkgutschein über 40 Euro, einzulösen bei einer Kaufhauskette für ein Produkt ihrer Wahl.
  • Sie entscheiden sich für eine elektronische Gutscheinkarte, die monatlich mit maximal 44 Euro aufladbar ist.
  • Sie geben Ihrem Arbeitnehmer monatlich - zusätzlich zu seinem Firmenwagen mit korrekt versteuerter Privatnutzung - einen Tankgutschein über 35 Euro.

Tipp: Auch ein Job-Ticket kann als steuerfreier Sachbezug gewährt werden. Hier heißt es allerdings aufpassen. Denn zum einen muss es sich um die Fahrkarte als solche handeln; Sie dürfen Ihrem Angestellten also keinen Barzuschuss geben.

Zum anderen dürfen Sie keine Jahreskarte kaufen, denn die 44-Euro-Freigrenze wirkt sich nur bei einer Monatskarte aus – und natürlich auch nur dann, wenn der Preis des Jobtickets darunter bleibt. Alternativ können Sie Ihren Angestellten einen Fahrtkostenzuschuss anbieten. Der ist zwar lohnsteuerpflichtig, allerdings besteht die Möglichkeit, die Lohnsteuer zu pauschalieren.

Ein Beitrag von
Constanze Elter
Erstellt am 21.10.2015
Aktualisiert am 21.10.2015
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