Studie über Arbeitgeberzusatzleistungen und ihre steuerlichen Rahmenbedingungen

Drei von vier Unternehmen in Deutschland nutzen Zusatzleistungen. Fachkräfte zu gewinnen oder erfahrene Mitarbeiter zu binden wird immer wichtiger. Das Stichwort lautet „Arbeitgeberattraktivität“ – in Zeiten von Rekordbeschäftigung ein bedeutender Faktor für den Unternehmenserfolg und seinen Fortbestand.

Freiwillige Arbeitgeberleistungen reichen vom Firmenwagen über das Jobticket bis hin zum Essenzuschuss. Beliebt und häufig zum Einsatz kommen freiwillige Arbeitgeberleistungen auch in Form aufladbarer Guthabenkarten. In diesem Zusammenhang hat sich der Prepaid Verband Deutschland (PVD) in einer Studie mit Zusatzleistungen und deren steuerlichen Rahmenbedingungen befasst. 

Einblicke in die Praxis

Nach dem Ergebnis der Studie gewähren 72 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern steuerbegünstigte Sachbezüge. Zu den beliebtesten Zusatzleistungen gehören Sachbezüge gemäß §8 Abs. 2 Satz 11 EStG im Rahmen der sogenannten 44-Euro-Freigrenze. Sachleistungen, beispielweise die Guthabenkarte Ticket Plus®, sind bis zu diesem Betrag steuer- und sozialabgabenfrei. Zu weiteren beliebten Leistungen gehören Aufmerksamkeiten zu persönlichen Anlässen, Zuschüsse für gesundheitsfördernde Maßnahmen und Essensgutscheine zur Mitarbeiterverpflegung.

Bedeutung der Steuerbefreiung und Anpassungsbedarf bei Freigrenze

Vier von fünf der anlässlich der Studie befragten Unternehmen bewerteten die Befreiung von Steuern und Abgaben der gewährten Zusatzleistungen als „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Knapp die Hälfte der Unternehmen würde freiwillige Lohnnebenleistungen ohne die Steuerbegünstigung sogar einstellen. Kurz, der steuerliche Anreiz ist von großer Bedeutung.

Die gesetzlich verankerte Regelung in Höhe von 44 Euro trat Anfang 2004 in Kraft. Der seitdem erfolgte Anstieg der Verbraucherpreise verringert schleichend den realen Wert der Freigrenze. Der PVD ermittelte einen Anpassungsbedarf auf 55 Euro, um einen Inflationsausgleich zu schaffen

Das Ergebnis zeigt: Zusatzleistungen gehören als Mitarbeiter orientiertes Instrument fest zum Werkzeugkasten zahlreicher Unternehmen in Deutschland. Nur als attraktiver Arbeitgeber ist eine langfristige Bindung von Fachkräften und deren Gewinnung möglich. Insgesamt räumten die befragten Personalverantwortlichen dem steuerlichen Anreiz von freiwilligen Arbeitgeberleistungen einen großen Stellenwert ein.

E-Block-Team
Ein Beitrag von
E-Block-Team
Erstellt am 06.03.2018
Aktualisiert am 06.03.2018
Zur Übersicht

Hier kommentieren

Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Beiträge

Stressprävention am Arbeitsplatz
Stressprävention am Arbeitsplatz – das können Sie für Ihre Mitarbeiter tun
Betriebliches Gesundheitsmanagement Maßnahmen
5 Maßnahmen für Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement – praxisnah & effektiv
Neuerungen im Betriebsrentenstärkungsgesetz
Lohnsteueraußenpruefung
Ganz genau hingesehen: Die Lohnsteueraußenprüfung