Betriebliche Altersvorsorge – Vorteile für Arbeitgeber und -nehmer

In Deutschland sind über 30 Millionen Bürger über die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert. Aufgrund der sich ändernden Demografie steigt die Zahl der Rentner stetig, während die Zahl der Erwerbstätigen sinkt. Die damit verbundenen geringeren Einzahlungen machen eine zusätzliche Vorsorge im Alter besonders wichtig.

2017 griffen etwa 18 Millionen Angestellte auf das Angebot Ihres Unternehmens für die Unterstützung der betrieblichen Altersvorsorge zurück. Arbeitgeber ermöglichen den Arbeitnehmern damit nicht nur eine finanzielle Förderung im Alter. Auch im aktuellen Lebensabschnitt können Mitarbeiter und Unternehmen von den Vorteilen der betrieblichen Altersversorgung (auch bekannt als bAV oder Betriebsrente) profitieren. Hier lesen Sie einen Überblick über die Betriebsrente und wie diese sich auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer auswirken kann.

Quick-Facts zur betrieblichen Altersvorsorge

Bevor wir ins Detail gehen, möchten wir Ihnen die wichtigsten Informationen zur betrieblichen Altersversorgung mit auf den Weg geben:

  1. Jeder hat Anspruch auf die Betriebsrente.

  2. Der Beitrag wird vom Brutto abgezogen, wodurch sich die Sozialabgaben der Mitarbeiter reduzieren.

  3. Imagegewinn des Arbeitgebers und höhere Mitarbeitermotivation und -bindung.  

  4. Besonders sinnvoll für Arbeitnehmer ist die bAV, wenn der Arbeitgeber die Betriebsrente bezuschusst.

  5. Ist der Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert, werden auf die spätere Betriebsrente Krankenkassen- und Pflegebeiträge erhoben. Die Auszahlung verringert sich dadurch.


Was ist die betriebliche Altersversorgung?

Die Betriebsrente bezeichnet alle finanziellen Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer zur persönlichen Altersversorgung, der Versorgung von Hinterbliebenen im Todesfall des Arbeitnehmers oder zur Invaliditätsversorgung bei Erwerbs- und Berufsunfähigkeit. Geregelt wird die bAV über das Betriebsrentengesetz (BetrAVG).

Ist die betriebliche Altersversorgung Pflicht?

Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf die Betriebsrente. Sie müssen diese jedoch nicht abschließen. Allerdings kann dadurch die Rente aufgestockt werden. Entsprechend müssen Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit des Abschlusses einer Betriebsrente ermöglichen. Bis 2019 war die Bezuschussung freiwillig. Seit 2019 ist nun gesetzlich geregelt, dass der Arbeitgeber 15 % des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an Pensionsfonds, Pensionskasse oder Direktversicherung weiterleiten muss. Wer seinen Vertrag vor 2019 abgeschlossen hat, profitiert ab 2022 von der Neuregelung.

Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge?

In Deutschland gibt es sechs Varianten der Betriebsrente. Auf Basis der steuerlichen und handelsrechtlichen Faktoren des Unternehmens kann sich individuell für eine Version entschieden werden.

Folgende Formen der betrieblichen Altersversorgung sind möglich:

  1. Unterstützungskasse: In diesem Fall ist der Arbeitgeber der Träger einer rechtlich selbstständigen Einrichtung für die Rentenvorsorge. Der Arbeitgeber führt die umgewandelten Gehaltsteile als Zuwendungen der Kasse zu. Sollte es zur Insolvenz des Unternehmens kommen, ist der Arbeitnehmer über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) abgesichert.

  2. Direktversicherung: Der Arbeitgeber schließt die Versicherung ab und leitet die Beiträge an die Rentenversicherung weiter. Dies ist das beliebteste Modell.

  3. Pensionskasse: Der Arbeitgeber zahlt die Beiträge an die Pensionskasse. Diese verwaltet die Rente und Kapitalisierung und zahlt die Beiträge im Rentenalter aus.

  4. Pensionszusage/Direktzusage: Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren eine beliebige Summe, die im Rentenalter ausgezahlt wird. Der Umfang steigt und fällt mit der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit.

  5. Pensionsfonds: Sehr flexible Lösung, allerdings steht die Absicherung des Kapitals nicht im Fokus. Die Beiträge können in unterschiedlicher Form angelegt werden – auch auf dem Aktienmarkt. Bei Verlusten während der Anlageperiode, muss der Arbeitgeber die Differenz vor Beginn der Auszahlungen begleichen.

  6. Sozialpartnermodell: Seit 2018 ist das Sozialpartnermodell möglich. Es handelt sich um eine Garantierente, bei welcher der Arbeitgeber keine Haftung übernimmt. Er sagt nur die Einzahlung in die bAV zu, was zu mehr Flexibilität bei der Anlage der Beiträge führt.  


Wer zahlt die bAV?

Bei der Bezahlung der betrieblichen Altersvorsorge gibt es ebenfalls mehrere Varianten. In der klassischen Version übernimmt das Unternehmen die Zahlungen selbst. Bei dieser arbeitgeberfinanzierten Variante wird ein Teil des Bruttogehalts des Arbeitnehmers in die bAV eingezahlt. Seit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz dürfen etwa 6.240 Euro pro Jahr einfließen. Der genaue Betrag bemisst sich nach der BBG. Besonders sinnvoll ist dieses Modell, wenn Sie als Arbeitgeber die Einzahlungen bezuschussen.

Vorteile der bAV für Arbeitgeber und Unternehmen

Nicht nur Arbeitnehmer haben Vorteile durch die Nutzung der Betriebsrente. Auch für Arbeitgeber lohnt sich das Angebot. Zum 01.01.2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) in Kraft getreten. Dies soll vor allem kleine und mittelständische Unternehmen stärken und auch Beschäftigte mit geringem Einkommen unterstützen.

Als Arbeitgeber haben Sie die Pflicht, sowohl über die Vorteile als auch über die Nachteile der bAV aufzuklären, damit Ihre Mitarbeiter ausführlich abwägen können. Wer die Betriebsrente anbietet hat nicht nur steuerliche und finanzielle Vorteile. Vor allem stehen der Imagegewinn des Unternehmens und die Arbeitgeberattraktivität im Fokus! Arbeitgeber zeigen, dass sie sich für das Wohl der Mitarbeiter auch im Alter engagieren und sich für eine starke Vorsorge einsetzen.

Die Vorteile für Arbeitgeber zusammengefasst:

  • Nicht sozialversicherungspflichtig

  • Arbeitgeberanteil mindert sich zur Sozialversicherung

  • Steuerlich betrachtet sind es Betriebsausgaben

  • Mitarbeiterbindung und Motivation!

  • Imagegewinn

  • Attraktivität

  • Gruppenversicherungen möglich

  • Via Direktversicherung deutliche Ersparnis möglich

Welchen Angestellten können Sie eine betriebliche Altersvorsorge anbieten?

Grundsätzlich haben alle Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, einen Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge. Mit der Gesetzesanpassung von 2002 schließt dies folgende Personengruppen ein:

  • Geringfügig Beschäftigte (Minijobber)

  • Geschäftsführer

  • Auszubildende

  • Aushilfen / Teilzeitkräfte

  • Angestellte mit unbefristetem und befristetem Arbeitsvertrag

Beamte sind von dieser Vorsorgemöglichkeit ausgeschlossen, da sie ohnehin einen erhöhten Anspruch haben und die bAV in den Bezügen bereits eingeschlossen ist.

Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitnehmer

Seit 2002 haben alle Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Betriebsrente. Sollten Sie die Betriebsrente nicht anbieten, können Ihre Mitarbeiter eine Direktversicherung verlangen, wenn sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.

Wichtig: Ansprüche gelten als unverfallbar, wenn der Mitarbeiter für mindestens 5 Jahre angestellt war und 25 Jahre oder älter ist. Bei Verträgen ab 2018 liegt die Frist bei 3 Jahren und einem Mindestalter von 21 Jahren.

Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge

  • Einsparung von steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Entgeltanteilen

  • Nachgelagert steuerpflichtig

  • Ergänzung zur gesetzlichen Rente

  • Anspruch auf Weiterführung beim neuen Arbeitgeber

  • Beiträge sind Hartz-IV-sicher

Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

  • Sofortiger Nettolohnverlust
  • Geringere gesetzliche Rentenansprüche
  • Geringere Ersatzleistungen im Falle der Arbeitslosigkeit
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verringert sich
  • Geringeres Elterngeld  


Wie wird die betriebliche Altersversorgung versteuert?

Die Besteuerung der bAV ist abhängig vom gewählten Modell. Daher lässt sich hierzu eine Pauschalaussage nicht treffen. Hier ist eine individuelle Beratung entsprechend des Modells und der Höhe der späteren Bezüge notwendig.

Ergänzende Fakten zur bAV

Die betriebliche Altersvorsorge kann nicht gekündigt werden. Es besteht allerdings die Möglichkeit, sie auf „beitragsfrei“ zu stellen, wenn der neue Arbeitgeber ein anderes Modell anbietet oder sie nicht mehr finanziert werden kann. Das bis dahin angesparte Kapital wird jedoch weiter verzinst und Arbeitnehmer profitieren davon im Alter. Auch bei Insolvenz des Unternehmens ist die Betriebsrente abgesichert. Als Arbeitgeber haben Sie sich gesetzlich zur Zahlung verpflichtet. Meist sind die Beiträge über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) abgesichert.

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Erstellt am 07.05.2020
Aktualisiert am 07.05.2020
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