Ideenmanagement versus Innovationsmanagement

Denker von Rodin

Im Firmenkontext kann man zwei Arten des Managements von Ideen unterscheiden: Das Ideenmanagement und das Innovationsmanagement. Manchmal werden die beiden Begriffe synonym verwendet und es ist für Mitarbeiter nicht klar, wie sich die beiden unterscheiden und was diese Unterscheidung für sie bedeutet. Für den Erfolg der beiden Konzepte ist es jedoch wichtig, dass ein Unternehmen in Planung und Durchführung das Ideenmanagement vom Innovationsmanagement trennt und diese auch mit unterschiedlichen Anreizen versieht.

Florian Rustler

Florian Rustler ist international tätiger Innovationscoach, Gründer und Geschäftsführer der creaffective GmbH (www.creaffective.de). creaffective unterstützt Organisationen weltweit ihre Innovationskraft zu stärken und eine Kultur der Innovation zu entwickeln.

 

Ideenmanagement: Lange Historie

Das ältere der beiden Konzepte ist das Ideenmanagement, früher auch betriebliches Vorschlagswesen genannt. In Deutschland gibt es diesen Ansatz bereits seit über 100 Jahren. Ziel des Ideenmanagement ist es Beobachtungen und Ideen der Mitarbeiter während der täglichen Arbeit im Betrieb zu nutzen, um die bestehende Art des Wirtschaftens und Arbeitens im Unternehmen noch weiter zu verbessern.

Jeder kann beim Ideenmanagement mitmachen

Dazu gibt es in vielen Unternehmen einen Brief- oder  auch virtuellen „Ideenkasten“, in welchem die Ideen gesammelt werden. Die Art und inhaltliche Richtung der Ideen ist dabei völlig offen. Meist handelt es sich um schnell oder sofort umsetzbare Vorschläge. Das bedeutet: Im Ideenmanagement ist eine Idee meist auch gleich eine umsetzbare Lösung.

 

Ideen können meist zeitnah umgesetzt werden

Wenn also jemand in einer Bank vorschlägt, die Kundenkorrespondenz zukünftig in einem Sammelmail pro Kunde anstatt in lauter Einzelmails abzuwickeln, dann ist dieser Vorschlag bereits sehr konkret und muss nur noch wenig bearbeitet und entwickelt werden. Die Unsicherheit von Ideen im Ideenmanagement ist meist sehr gering, da die Ideen klar beschrieben sind und der Kontext bekannt ist.

Die Bewertung der Ideen findet oft durch einen Gutachter mit fachlichem Hintergrund statt und verläuft in den meisten Unternehmen in Form einer „Annehmen / Ablehnen“- Entscheidung und einer begründeten Rückmeldung der Entscheidung an den Ideengeber.


Ideengeber wird oft am Erfolg der umgesetzten Ideen beteiligt

Historisch findet das Ideenmanagement oft im Rahmen einer Betriebsvereinbarung statt, in der auch festgehalten ist, dass die Ideengeber bei Erfolg der umgesetzten Ideen auch finanziell beteiligt werden.

Innovationsmanagement: Idee nicht gleich Lösung

Das Innovationsmanagement beschreibt alle Maßnahmen, um die Innovationskraft eines Unternehmens zu steigern. Dazu gehört auch die Entwicklung von Ideen für neue Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Prozesse. Die Entwicklung dieser Ideen ist dabei anders als im Ideenmanagement normalerweise in einen größeren Innovationsprozess eingebunden. Im Innovationsmanagement werden nicht „irgendwelche“ Ideen gesucht, sondern Ideen, die in bestimmte Innovationssuchfelder passen. Die Ideensuche ist damit deutlich zielgerichteter als im Ideenmanagement.

Der Weg zu Innovationen wird schrittweise ausgearbeitet

Es geht hierbei nicht nur um Ideen, die tägliche Arbeit graduell zu verbessern, sondern meist um darüber hinausgehende Ansätze zu bestimmten Fragestellungen. Eine Idee ist im Kontext der Innovation auch meist noch keine Lösung, sondern muss schrittweise verfeinert und ausgestaltet werden. Bis aus einer ersten Idee zu einem neuen Produkt wirklich ein neues Produkt wird, ist es meist ein längerer Weg. Die Gestaltung dieses Weges ist oft Teil des Innovationsmanagements. Eine Idee wird hier meist auch nicht in Form von einer Entscheidung von einer Person angenommen oder abgelehnt, sondern wird in verschiedenen Reifegraden mehrmals betrachtet. Eine Gruppe aus dem Unternehmen entscheidet, ob eine Idee weiter verfolgt oder verworfen wird. Dies liegt auch daran, dass im Kontext der Innovation die Unsicherheit der Ideen deutlich höher ist als im Ideenmanagement.

Deutlich andere Motivation im Innovationsmanagement

Ähnlich wie im Ideenmanagement kann normalerweise jeder Ideen in den Innovationsprozess geben. Allerdings ist der Ideengeber nicht zwangsläufig im Prozess der späteren Erarbeitung und Umsetzung beteiligt.

Auch was die Motivation der Mitarbeiter angeht, unterscheidet sich das Innovationsmanagement deutlich vom Ideenmanagement. Wissenschaftliche Studien können gut belegen, dass für Innovation – und den damit oft verbundenen längeren Weg von der Idee zur Lösung – die intrinsische Motivation zentral ist. Menschen mit Leidenschaft und Interesse am Fortschritt einer Idee sind gefragt.

Wir wissen auch, dass der finanzielle Anreiz durch Einmalprämien dem Prozess eher hinderlich ist. Stattdessen sollten Unternehmen das bereits vorhandene Interesse eines Ideengebers aufgreifen und verstärken. Dies geschieht  zum Beispiel durch das Bereitstellen von Zeit oder Ressourcen, um eine Idee weiter im Innovationsprozess voranzutreiben oder zu testen.


Anreize im Innovationsmanagement schaffen – ein Beispiel

Die Firma Adobe geht den Weg, Ideengeber einer vielversprechenden Idee mit einer Prepaid-Kreditkarte auszustatten, die für die weitere Arbeit an der Idee verwendet werden kann.  Über das aufgeladene Budget der Karte verfügt das Ideenteam oder der Ideengeber frei. Wichtig bei diesem Ansatz, den Adobe verfolgt, ist, den Fortschritt der Idee zu unterstützen und nicht das Einbringen einer Idee, wie im Ideenmanagement dargestellt, zu belohnen.

 

Idee ist nicht gleich Idee

Wie gezeigt, sind das Ideenmanagement und das Innovationsmanagement trotz einiger Ähnlichkeiten durchaus verschieden. Unternehmen tun gut daran, diese auch in der konkreten Ausgestaltung und in Hinsicht auf die Prämien zu unterscheiden, um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Während das Ideenmanagement mit (finanziellen) Belohnungsprämien für erfolgreiche Ideen funktionieren kann, sollte im Innovationsmanagement eher die Mühe des Vorantreibens einer Idee unterstützt werden, auch finanziell.

Ideen- und Innovationsmanagement gezielt belohnen und fördern

Ticket Incentive® von Edenred bietet die Möglichkeit beiden Zielsetzungen gerecht zu werden. Sowohl im Ideenmanagement eignet sich die Prepaid-Kreditkarte zur Belohnung bei Umsetzung einer erfolgreichen Idee. Ebenso kann das bereitgestellte Innovationsbudget auf Ticket Incentive® geladen werden und  so zum Weiterentwickeln der Idee bis hin zur Innovation genutzt werden.

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Ein Beitrag von
E-Block-Team
Erstellt am 22.01.2016
Aktualisiert am 22.01.2016
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