HR Trends 2018: Darauf sollten Sie schauen

Im Januar werden gute Vorsätze gefasst und die Ziele für das neue Jahr festgelegt. Passend dazu hat der Bundesverband der Personalmanager (BPM) den Jahresbeginn genutzt, um in einem neuen Konzeptpapier die HR Trends für 2018 zu veröffentlichen. Die acht vorgestellten Themenfelder stellen für den BPM dabei nicht nur Trends dar, sondern sind gleichzeitig als Handlungsempfehlungen zu verstehen, wenn es darum geht, die Personalarbeit zukunftsfit zu machen. 

Diese acht HR Trends und Handlungsfelder werden 2018 aus Sicht des BPM wichtig:

1. Wertschätzung etablieren - HR als agiler Coach

2. Rahmenbedingungen für flexibles Arbeiten festlegen

3. Mit Datenanalyse die Personalarbeit erleichtern („People Analytics“)  

4. Vergütungstransparenz sicherstellen (Gender Pay Gap adé)

5. Digitale Weiterbildung ausbauen

6. Die Rolle von Mitbestimmung in einer individuellen Arbeitswelt festlegen

7. Aktiv um Talente werben (Neue Recruiting-Formen nutzen)

8. Die Digitalisierung im Personalwesen vorantreiben

1. Wertschätzung etablieren - HR als agiler Coach

Die Zusammenarbeit wird digitaler, der virtuelle Austausch nimmt zu. Das bringen u.a. räumlich getrennte Teams und die Zunahme der Kooperationen mit Freelancern mit sich. Der Bundesverband der Personalmanager weist darauf hin, dass zur Bewältigung dieser Herausforderung gegenseitige Wertschätzung wichtiger ist denn je und dass sie der Erfolgsfaktor für konstruktive Kommunikation ist.

Welche Rolle fällt der Personalabteilung bei der Arbeit 4.0 zu?

Der BPM fordert Personalverantwortliche auf, die Entwicklung einer wertschätzenden Unternehmenskultur in die Hand zu nehmen und als agiler Coach die Erwartungen aller Beteiligten zu vereinen, ja verständlich zu machen. Ungeklärte Fragen und damit konkrete Handlungsfelder für die HR-Abteilung seien:

  • der Ausbau von Strukturen, um die Zusammenarbeit zu erleichtern
  • der Umbau der Organisation hin zu einem agilen Management und lateraler Führerung
  • die Förderung von Diversity und der Aufbau eines guten Gesundheitsmanagements, um die vielseitigen Bedürfnisse der Arbeit 4.0 zu berücksichtigen
2. Rahmenbedingungen für flexibles Arbeiten festlegen

9 – 5 Jobs waren gestern, Flexibilität am Arbeitsplatz ist ein Trend der weiter voranschreitet. Neue Arbeitszeitmodelle, Homeoffice oder Sabbaticals seien in aller Munde und fordern transparente Rahmenbedingungen, um Wünsche und Kapazitätsbedarf in Einklang zu bringen. Unklarheiten, wie zum Beispiel die Datensicherheit im Homeoffice, sollten durch rechtliche Vorgaben beseitigt werden. Dann könnten alle Beteiligten von einer flexibleren Arbeitswelt profitieren.  

3. Mit Datenanalyse die Personalarbeit erleichtern („People Analytics“)

Der Big Data-Ansatz erreicht auch das Personalwesen. Noch nie zuvor war es so leicht, vorhandene Daten zu analysieren und für die weitere Entwicklung zu nutzen. Doch in vielen deutschen Unternehmen bestehen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, die dazu führen, dass das  Potential der Datennutzung noch lange nicht ausgeschöpft wird. Angesichts dieser Hemmungen spricht der Bundesverband den Personalmanagern Mut zu, den Daten-Trend als Chance zu sehen, die neuen Möglichkeiten zu nutzen und Herausforderungen anzupacken. Dazu gehöre: 

  • Den Weg für neue Jobpositionen zu öffnen
  • Weiterbildung anzubieten
  • Analysten für HR zu begeistern
  • Kooperationen mit Startups zu wagen

Im Zuge der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, die ab Mai 2018 in Kraft tritt, sei eine intensive Diskussion notwendig, um den Spagat zwischen Datenschutz und Datennutzung zu schaffen. Auch der Bundesverband der Personalmanager will sich daran beteiligen. 

4. Vergütungstransparenz sicherstellen (Gender Pay Gap adé)

Der BPM fordert weiterhin alle Personalverantwortliche dazu auf, das neue Entgelttransparenzgesetz zu nutzen, um bestehende Vergütungspakete kritisch auf einen „gender gap“ zu überprüfen und die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen sicher zu stellen. Entgelttransparenz schaffe Vertrauen bei den Mitarbeitern. Die Gleichstellung sorge für die Leistungsfähigkeit von gemischten Teams. Einen klaren Handlungswunsch hat der Verband an die Bundesregierung: So sollten dem neuen Gesetz klare und verständliche Regelungen zum Vergleichsentgelt hinzugefügt werden. 

5. Digitale Weiterbildung ausbauen

Die agile und digitale Arbeitsorganisation erfordert neue Formen der Weiterbildung. Der BPM lobt die vielen unterschiedlichen Konzepte, die bereits jetzt in vielen Unternehmen angeboten werden (Beispiel: Lebenslanges Lernen). Auch der Verband selbst verspricht seinen Mitgliedern Unterstützung durch Webinare und digitale Ressourcen. Doch dies reiche nicht aus, um alle Beschäftigten für die digitale Arbeitswelt fit zu machen. Er fordert einen Pakt für digitale Bildung zwischen allen Bildungseinrichtungen. Schulen und Hochschulen sollten realitätsnäher unterrichten und frühzeitig auf heutige Berufe vorbereiten. Weiterbildungsangebote in Unternehmen müssten zudem ausgebaut und für ältere Generationen angepasst werden. 

6. Die Rolle von Mitbestimmung in einer individuellen Arbeitswelt festlegen

Agilität und individualisierte Arbeitsprozesse bringen Fragen auf: Wie kann die kollektive Interessensvertretung damit in Einklang gebracht werden? Wie kann und sollte der Betriebsrat in die neuen Arbeitsformen eingebunden werden? Dies zu diskutieren und mitzugestalten sei ein zentrales Thema für Personaler, Betriebsräte und Gewerkschaften. Neben der wichtigen Aufgabe, die Betriebsrats-Wahlen 2018 zu begleiten und aktiv dafür zu werben, sollte nach Ansicht des BPM die Mitarbeiterbeteiligung an Aktienprogrammen gefördert und ausgebaut werden. Dies ermögliche nicht nur die Vermögensbildung. Kapitalbeteiligung trage zusätzlich zur Mitarbeitermotivation bei und könne zusätzlich Fluktuation senken, da Arbeitnehmer stärker an das Unternehmen gebunden werden.

7. Aktiv um Talente werben (Neue Recruiting-Formen nutzen)

Auch im Bereich Recruiting sind kreative, innovative Ansätze gefragt, um in Zeiten des Fachkräftemangels qualifizierte Kandidaten anzusprechen. Recruitainement nennt sich der Trend, der das klassische Bewerbermanagement ablöst. Personaler sollten die neuen Spielregeln der vernetzten Welt mitspielen und mit einem modernen Onboarding Bewerber von sich als Arbeitgeber überzeugen. Diese Trends könnten dabei unterstützen: 

  • Schnuppertage
  • Imageförderung über Social Media
  • Video-Bewerbungen
  • Vorstellungsgespräche im Dunkeln, um sich von Äußerlichkeiten der Kandidaten nicht ablenken zu lassen

Der wichtigste Erfolgsfaktor sei dabei, eine Beziehung zu qualifizierten Arbeitnehmern aufzubauen und Talentpools zu nutzen. Weil gerade für junge Beschäftigte eine harmonische Unternehmenskultur immer wichtiger werde, dürfe Employer Branding nicht nur ein Schlagwort sein, sondern müsse aktiv gelebt werden. 

8. Die Digitalisierung im Personalwesen vorantreiben

Der BPM prognostiziert, dass der Trend zur Digitalisierung im Personalmanagement weiter voranschreiten wird. Automatisierung ließe Spielraum, sich wieder auf die Kernaufgaben von „Human Relation“ zu konzentrieren: Die Stärkung der Beziehungen und den Austausch von Erfahrungen, die in der heutigen Arbeitswelt so wichtig sind. Helfen könne es, andere Abteilungen als Kunden zu sehen und die HR-Arbeit an die Kundenbedürfnisse auszurichten. 
Das Konzeptpapier liefert auch konkrete Beispiele für neue digitale Möglichkeiten im Personalmanagement:

  • Roboter, sogenannte Chatbots, könnten Standardfragen im Bewerbungsprozess automatisch beantworten.
  • Der Megatrend Gamification schaffe neue Anreize. Gamification bedeutet, spielerische Elemente in einen spielfremden Kontext einzubauen. Das könne beispielsweise beim Ausfüllen der Zielvereinbarung eingebracht werden.

Fazit

Die HR Trends, die der BPM auflistet, sind zwar nicht brandneu. In vielen Unternehmen fallen sie jedoch aufgrund des hektischen Tagesgeschäfts hinten runter. Für den BPM ist es jetzt Zeit die Themen anzugehen, wenn das Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben soll.

E-Block-Team
Ein Beitrag von
E-Block-Team
Erstellt am 08.02.2018
Aktualisiert am 08.02.2018
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