Mitarbeiterbenefits: Geld ist wichtig, aber auch nicht alles

Jeder Vorgesetzte wünscht sich zufriedene Mitarbeiter. Stimmt die Zufriedenheit, wirkt sich das positiv auf das Betriebsklima und den Erfolg jedes Einzelnen aus. Unzufriedenheit führt in vielen Fällen zu einem Jobwechsel. Hauptmotive sind eine niedrige Bezahlung, fehlende Anerkennung der Leistung sowie ein schlechtes Arbeitsklima. Für den Arbeitnehmer von heute ist ehrliches Feedback, direkte Wertschätzung und Interesse für den Mitarbeiter von enormer Bedeutung.

 

Längst ist ein hohes Gehalt nicht mehr alles. Dies bestätigt auch eine Studie des Online-Marketing-Analyse-Tools SEMrush. Anhand von über 800.000 Datensätzen wurden die Präferenzen deutscher Arbeitnehmer bei der Jobsuche untersucht. Die Basis hierfür bildeten SEO- Daten im Zeitraum September 2014 bis August 2018. Bestehende Umfragen zu Arbeitsmarkt- und Jobtrends wie „War for Talents“ und „New Work“ waren Grundlage für die Auswahl eines Pools von über 500 Keywords. Diese wurden auf Suchvolumen, Besucherzahlen und Regionalität untersucht. Die Daten beziehen sich auf die in Deutschland meistgenutzte Suchmaschine Google.

1. Motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Gut

Unumstritten bleibt: Gute, motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Gut eines Unternehmens. Die Frage ist: Wie schaffen es Unternehmer, im sogenannten "War for Talents" kreative Köpfe für sich zu gewinnen und zu halten. Jeden macht etwas anderes glücklich. Wünsche, Ziele und Lebenssituationen der Mitarbeiter sind unterschiedlich. Arbeitgeber stehen somit vor der großen Herausforderung: Durch welche zusätzlichen Faktoren können potentielle Mitarbeiter neben einem attraktiven Gehalt gewonnen werden? Persönliche Anreize und eine angenehme Arbeitsatmosphäre spielen hierbei eine große Rolle. Meistens sind gerade kleinen Unternehmen die Hände gebunden, mit einem üppigem Grundgehalt und hohen Boni-Zahlungen zu werben.

2. Hohes Gehalt erhöht nicht die Bindung der Mitarbeiter

Ein hohes Gehalt alleine, welches nach wie vor eine große Rolle bei der Jobwahl spielt,  vermeidet eine gewisse Unzufriedenheit. Es erhöht aber auch nicht die Bindung an das Unternehmen. Viel wichtiger ist es sich Gedanken über persönliche Anreize zu machen, die dem Mitarbeiter Wertschätzung und Anerkennung entgegen bringen. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter variieren stark. Deshalb ist es umso wichtiger, Wünsche und Benefits aufeinander abzustimmen und permanent auf Nutzen, Wirkung und Akzeptanz zu überprüfen.

3. Mitarbeiterbenefits zählen

Laut der SEMrush Studie ist das Suchvolumen des Begriffs „Incentives für Mitarbeiter“ seit 2014 um 109% gestiegen. Das Suchvolumen des Begriffs „Mitarbeiter Benefits“ hat sich in den letzten vier Jahren  sogar vervierfacht.

Bei Mitarbeiterbenefits handelt es sich um Vorteile, die Unternehmen ihren Mitarbeitern zusätzlich zu ihrem Gehalt geben. Bei diesen ergänzenden Anerkennungen geht es um mehr als Geld.

Unternehmen punkten gerade in der Personalrekrutierung mit einem Angebot an freiwilligen Benefits. Durch Zusatzleistungen heben sie sich von der Konkurrenz ab und steigern dadurch ihre Arbeitgeberattraktivität.

4. Diese Zusatzleistungen kommen in Deutschland an

4.1. Work- Life- Balance
Das Thema Work- Life- Balance ist bei der Jobsuche weiterhin Trend. Flexible Arbeitsmodelle, Home Office, Vertrauensarbeitszeit und geduldete Hunde zählen zu den wichtigen Keywords von Arbeitnehmern und stehen auf der Wunschliste ganz oben. Wichtig ist, dass sich der Job bestmöglich mit dem eigenen Leben vereinbaren lässt. 

4.2. Finanzielle Benefits

Zu den am häufigsten gesuchten finanziellen Benefits zählen die betriebliche Altersvorsorge ( bAV ), die Erholungsbeihilfe und der Mitarbeiterrabatt.

Bei der klassischen bAV übernimmt der Chef die Beiträge zum Aufbau einer Zusatzrente alleine. Arbeitnehmer können aber auch einen Teil ihres Bruttogehaltes verwenden. Durch diese Entgeltumwandlung sparen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber dann wiederum Steuern und Sozialabgaben.

Erholungsbeihilfen sind Leistungen des Arbeitgebers, die er seinem Arbeitnehmer für einen Erholungsurlaub zuwendet. Diese Zuschüsse sind steuer- und sozialabgabenfrei, insofern diese pro Jahr 156 € für den Arbeitnehmer, 104 € für den Ehe-/Lebenspartner und für jedes Kind 52 € nicht überschreiten.

Waren und Dienstleistungen des Arbeitgebers, die er nicht überwiegend für den Bedarf seiner Arbeitnehmer herstellt, vertreibt oder erbringt sind für den Arbeitnehmer bis zu einem Preisvorteil in Höhe von 1.080 € jährlich steuer- und sozialabgabenfrei. 

4.3. Sachleistungen

Sachleistungen des Arbeitgebers werden für den Arbeitnehmer zunehmend wichtiger. Hierzu gehören neben dem Firmenwagen und Dienstfahrrad auch das Arbeitshandy, der Arbeitslaptop, eine Firmenkreditkarte und kostenlose Verpflegung. Sowohl für Mitarbeiter als auch Unternehmen sind solche Benefits oft reizvoller als eine Gehaltserhöhung, da diese frei von Abgaben gewährt werden können, und beim Arbeitnehmer somit mehr Netto vom Brutto übrig bleibt. 

Firmenwagen und Dienstfahrrad sind äußerst lukrativ, da der Arbeitgeber sämtlich Kosten dafür übernehmen kann und der Arbeitnehmer lediglich einen geldwerten Vorteil für die private Nutzung versteuern und verbeitragen muss.

Ein vom Arbeitgeber bereitgestelltes Diensthandy oder ein Arbeitslaptop zur privaten Nutzung stellen keinen geldwerten Vorteil dar.

Firmenkreditkarten aber auch Gutscheinkarten können beispielsweise in Verbindung mit dem steuerfreien Sachbezug in Höhe von bis zu 44 Euro monatlich übergeben werden.

Unser E.Paper fasst für Sie 10 einfache Regeln zusammen, die Sie bei der Ausgabe des 44-Euro-Sachbezugs beachten sollten.

Hoch im Kurs steht auch die Bezuschussung des Mittagessens durch den Arbeitgeber. Diese ist steuerlich begünstigt und fördert neben einer ausgewogenen Ernährung zugleich das gemeinsame Verbringen der Mittagspause mit den Kollegen. Ein positiver Nebeneffekt auch für den Arbeitgeber.

5. Employer Branding zur Mitarbeiterfindung und -bindung

Im Kampf um Arbeitnehmer wird es für Unternehmen mehr und mehr zu einer essentiellen Sache, sich in Stellenanzeigen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.  Eine  positive Arbeitgebermarke prägt  sich auf dem Arbeitsmarkt durch verschiedene Faktoren wie Gehalt, positives Betriebsklima, individuelle Anerkennung und wertschätzende Benefits. Wenn all diese Vorteile in einem angemessenen Maße harmonieren tragen diese zu einer Steigerung der Arbeitszufriedenheit bei und sorgen somit letztendlich auch für eine starke Arbeitgebermarke.  

Mitarbeiter, die für ein Unternehmen gewonnen worden sind und sich auch auf Dauer noch wohl fühlen bleiben dem Unternehmen treu. Somit sind gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Mitarbeiter gefunden und Mitarbeiter gebunden

Denn: Nicht nur der Kampf um gute Mitarbeiter ist schwer und teuer sondern auch der Verlust.

Firmen sind heutzutage mehr oder weniger gezwungen, sich im Wettbewerb um die besten Talente positiv von der Konkurrenz abzuheben und in Stellenanzeigen und Bewerbungsgesprächen mit kreativen Akzenten zu punkten.

Auch das Ausscheiden eines Mitarbeiters ist mit hohen Kosten verbunden. Die Mitarbeiterfluktuation in Deutschland wird aufgrund der guten Arbeitsmarktlage weiter steigen.  Damit verbundene Risiken sind zum einen die umfangreichen Einarbeitungsmaßnahmen für den Nachfolger, zum anderen verlässt mit einem erfahrenen Mitarbeiter auch wertvolles Wissen das Unternehmen, welches nur schwer ersetzbar ist.

Fazit:

Jedes Unternehmen steht vor der Aufgabe, sich um geeignete Instrumente zur Mitarbeiterbindung Gedanken zu machen.

Es lohnt sich für jedes Unternehmen, das Thema Mitarbeiterzufriedenheit nicht aus den Augen zu verlieren und kontinuierlich die Wünsche und Motivationen seiner künftigen und bestehenden Mitarbeiter zu reflektieren.  

Denn gute, motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Gut eines Unternehmens. Sie sind das Salz in der Suppe und von großer Bedeutung für den Erfolg eines Unternehmens.

E-Block-Team
Ein Beitrag von
E-Block-Team
Erstellt am 27.03.2019
Aktualisiert am 27.03.2019
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