Flexible Arbeitszeiten – die richtige Work-Life-Balance finden

Das „nine-to-five“-Modell wurde in den letzten Jahren vielerorts von flexible(re)n Arbeitszeiten abgelöst. Längst ist es nicht mehr die Norm, dass in einem Unternehmen alle Mitarbeitenden zur gleichen Regelarbeitszeit tätig sind. Das hat zum einen mit der Globalisierung und der Digitalisierung, zum anderen aber auch mit einem Wertewandel innerhalb der Gesellschaft zu tun. Die Vernetzung internationaler Firmen miteinander über unterschiedliche Zeitzonen hinweg macht flexible Zeiten sinnvoll, die Digitalisierung macht sie möglich. Von beinahe allen Orten aus können wir uns dank neuester Technologien miteinander vernetzen und an gemeinsamen Zielen arbeiten. Außerdem besinnen sich immer mehr Menschen in der zunehmend schneller werdenden Welt auf persönliche Wünsche und private Anliegen zurück. Die Arbeit ist nicht mehr das wichtigste im Leben: Um glücklich und zufrieden zu sein, benötigt es eine gesunde Work-Life-Balance. Flexible Arbeitszeitmodelle sind die passende Lösung, um sowohl den Arbeitsalltag zu erleichtern als auch die Qualität der geleisteten Arbeit zu steigern. Denn zufriedene und ausgelastete Mitarbeitende erbringen auch die besseren Ergebnisse.

Flexible Arbeitszeiten: eine Übersicht der Modelle

Doch welche Arbeitszeitmodelle gibt es und für wen sind sie geeignet? Erfahren Sie in unserer Übersicht das Wichtigste zu den modernen und flexiblen Arbeitszeiten und wie beide Seiten – Unternehmen und Arbeitnehmer – davon profitieren.

Gleitzeit

Beim Gleitzeit-Modell entscheiden die Angestellten selbst, in welchem zeitlichen Rahmen sie arbeiten. Dies kann früh morgens oder eher gegen Nachmittag und Abend sein. Kernarbeitszeiten helfen, das gesamte Team trotz der Gleitzeit zu gewissen Tageszeiten versammelt zu haben. Arbeitgeber verlieren dabei nicht den Überblick. Stempelkarten können dabei helfen, die genauen Arbeitszeiten zu tracken.

Home-Office

Das Arbeiten von Zuhause aus bietet sich besonders dann an, wenn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen familiäre Verpflichtungen haben oder nicht in derselben Stadt des Firmensitzes wohnen. Dank Digitalisierung ist es trotz räumlicher Trennung möglich, den Kontakt innerhalb des Teams aufrecht zu erhalten und wichtige Meetings abzuhalten.

Teilzeit

Bei einer Teilzeitstelle werden die zu leistenden Wochenstunden reduziert, die Arbeitskraft leistet nicht die weit verbreiteten 40 Stunden pro Woche. So kann beispielsweise die Stundenanzahl pro Woche 10 Stunden oder 25 Stunden betragen – auf wieviel sich geeinigt wird, hängt von den Aufgaben und den Mitarbeitenden ab. Auch auf wie viele Tage diese Stunden aufgeteilt werden ist individuell anpassbar. Das Teilzeit-Modell eignet sich beispielsweise für Personen, die aus persönlichen Gründen nicht mehr Zeit oder nicht mehr Kapazitäten frei haben. Aber auch für Menschen, die nicht nur einer Arbeit nachgehen, sondern auch bei anderen Unternehmen angestellt sind.

Jobsharing

Bei dieser Form der flexiblen Arbeitszeit teilen sich zwei oder auch mehrere Arbeitskräfte eine Stelle. Die Mitarbeitenden sind dabei in Teilzeit beschäftigt und können ihre Arbeitszeiten individuell festlegen. Lediglich untereinander sollten sie sich absprechen. Für eine erfolgreiche Arbeitsplatz-Teilung ist es wichtig, dass die individuellen Beschäftigten sich untereinander gut verstehen, da es sonst schnell zu Reibungen führen kann. Achtung: Beim Jobsharing ist es unumgänglich, dass jegliche Neuerungen und Fortschritte gut dokumentiert und untereinander besprochen werden, damit das gemeinsame Ziel erfolgreich als Team erreicht werden kann.

Arbeitszeitkonto

Auf einem Langzeitarbeitskonto können die Angestellten über einen längeren Zeitraum die geleisteten Arbeitsstunden ansammeln. Wenn zu viele Überstunden angefallen sind, können diese entweder ausgezahlt werden oder als längerer bezahlter Urlaub genutzt werden. Fehlt eine Arbeitskraft aus gesundheitlichen Gründen länger, können auf dem Arbeitszeitkonto Minusstunden verbucht werden, die zu einem späteren Zeitpunkt wiederaufgearbeitet werden.

Jahresarbeitszeit

Eine vereinbarte Stundenanzahl wird hier innerhalb eines Jahres abgeleistet. Sollten diese Stunden überschritten werden, können die Überstunden dann für Weiterbildungen oder ein Sabbatical genutzt werden. Auch dieses Modell verschafft den Beschäftigten mehr Flexibilität.

Schichtarbeit

Schichtarbeit als Modell der flexiblen Arbeitszeiten wird von den einen hoch gelobt, von den anderen zutiefst verurteilt. Für wechselnde oder auch gleichbleibende Spät-, Früh- oder gar Nachtschichten braucht es eine gewisse Ausdauer und den Willen. Entgegen der typischen Arbeitszeiten zu arbeiten bringt sowohl Nach- als auch Vorteile mit sich. Ob und für wen dies geeignet ist, hängt zum einen von der zu leistenden Arbeit ab, zum anderen von der Persönlichkeit des Personals – führen Sie hier konkrete Gespräche zur Planung der Schichtarbeit.

Zeiterfassung auf Vertrauensbasis

Die Vertrauensarbeitszeit ist ein Modell, das ein besonders gutes Verhältnis zwischen Personal und Unternehmensführung erfordert. Hierbei gibt es keine festgelegten Arbeitszeiten, stattdessen orientiert sich die Arbeit an den zu leistenden Aufgaben. Da hier konkrete Ziele verfolgt werden, kann die Leistung der Mitarbeitenden sogar steigen, wenn die vorhandene Zeit besonders effizient genutzt wird. Die wichtigsten Voraussetzungen für eine funktionierende Vertrauensarbeitszeit sind Kommunikation und ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbstständigkeit.

Teamorientierte Arbeitszeit

Unter der teamorientierten Arbeitszeit versteht man, dass sich Arbeitskräfte im selben Team untereinander absprechen, zu welchen Zeiten sie arbeiten möchten und müssen. Hierbei können sowohl berufliche als auch private Einflüsse berücksichtigt werden. Die Kommunikation innerhalb des Teams muss einwandfrei laufen, damit diese Art der flexiblen Arbeitszeit erfolgreich umgesetzt wird.

Komprimierte Arbeitszeit

Hier werden die zu leistenden Stunden auf weniger Tage als sonst üblich gelegt, die Arbeitstage werden entsprechend länger. Es kann beispielsweise eine 4-Tages-Woche entstehen. Oder aber jeder Arbeitstag wird um beispielsweise 45 Minuten verlängert und alle zwei oder drei Wochen darf dafür ein gesamter Tag zusätzlich freigenommen werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig, vielleicht ist auch für Ihr Unternehmen das richtige dabei?

Flexible Arbeitszeit-Modelle – die Vorteile

Die unterschiedlichen Modelle der flexiblen Arbeitszeiten bringen einige Vorteile mit sich und werden aufgrund dessen immer beliebter in modernen Unternehmen. Als Vorteile lassen sich unter anderem aufzählen:

  • Arbeitskräfte, die innerhalb der herkömmlichen Arbeitszeiten nicht arbeiten können, haben dank der flexiblen Modelle dennoch die Möglichkeit dazu und müssen sich weniger einschränken geschweige denn ganz auf die Erwerbstätigkeit verzichten.
  • Branchenunabhängig gibt es immer wieder Zeiten, in denen überdurchschnittlich viel Arbeit anfällt und dann wiederum Phasen, in denen weniger zu tun ist. Dank flexibler Arbeitszeiten ist es möglich, diese Schwankungen abzufedern und die Arbeitskräfte dann einzusetzen, wenn sie auch wirklich benötigt werden.
  • Die Mitarbeitenden können ihre Zeit so einplanen, dass auch private Angelegenheiten und Termine nicht zu kurz kommen, aber dabei nicht während der Arbeitszeit stattfinden müssen. So lassen sich beispielsweise Arzttermine besser und zu individuelleren Zeiten legen.

Insgesamt werden die Arbeitsbedingungen durch die unterschiedlichsten Arten der flexiblen Arbeitszeiten verbessert und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigt somit. Nachteile gibt es nicht direkt, allerdings empfiehlt es sich in manchen Fällen, die geleisteten Stunden der Mitarbeitenden von Zeit zu Zeit anzuschauen, damit nicht zu viele Überstunden geleistet werden.

Flexible Arbeitszeitmodelle mit Edenred – so gehen Sie vor

Schritt 1: Prüfen Sie zunächst, ob die Einführung flexibler Arbeitszeiten Sinn ergibt. Welche Modelle kommen dafür in Frage – sowohl für den Unternehmenserfolg als auch für das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeitenden?

Schritt 2: Sind diese Fragen einmal beantwortet, sollte sich eine Projektgruppe finden, die sich um die zukünftige Umsetzung kümmert. Die zuständigen Personen besprechen mögliche Probleme und entscheiden sich für das passendste Modell. Dann kann das Modell allen Arbeitskräften vorgestellt und die Umstellung vorbereitet werden. Welche Fragen sind noch offen beim Personal?

Schritt 3: In einer ersten Testphase wird das Modell in die Tat umgesetzt. Hier ist offene Kommunikation am wichtigsten: Jedes aufkommende Problem sollte direkt und klar angesprochen und effizient nach einer Lösung gesucht werden. So können alle Beteiligten ihre Wünsche und Anregungen anbringen, was zu einer größtmöglichen Akzeptanz und Zufriedenheit führt.

Schritt 4: Ist das flexible Arbeitszeitenmodell fest in der Firmenstruktur verankert, sollte es sukzessive hinterfragt und weiterentwickelt werden. Denn ebenso wie Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeitenden, ist auch ein Arbeitszeitenmodell flexibel und dynamisch.

Schritt 5: Wenn Ihr gewähltes Modell der flexiblen Arbeitszeiten umgesetzt wird, werden viele Angestellte ihre Freizeit flexibler und individueller einteilen können. Mit dem steuerfreien Sachbezug und der Gutscheinkarte Ticket Plus® von Edenred können Sie Ihrem Personal zusätzlich eine Freude bereiten und diese können den Gutschein in ihrer neu hinzugewonnenen freien Zeit beispielsweise im Fitnessstudio oder beim Shoppen genießen. So funktioniert gelungene Mitarbeiterbindung!

E-Block-Team
Ein Beitrag von
E-Block-Team
Erstellt am 19.03.2020
Aktualisiert am 27.03.2020
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