5 Maßnahmen für Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement – praxisnah & effektiv

Der demografische Wandel stellt Unternehmen vor große Herausforderungen – Studien zeigen, bereits bis 2020 wird jeder dritte Beschäftigte älter als 50 Jahre alt sein. Dies hat zur Folge, dass sich das Personalmanagement zunehmend mit den Themen Fachkräftemangel, Fehlzeiten und den stetig steigenden Krankheitskosten befassen muss. Der Druck steigt und macht die Notwendigkeit eines „gesunden Arbeitsplatzes“ noch einmal ganz deutlich. Klar ist: Gesunde und zufriedene Mitarbeiter sind das Kapital eines jeden Unternehmens, umso wichtiger ist es, die passenden, gesundheitsfördernden Maßnahmen für das eigene Unternehmen effektiv und umfassend einzusetzen. Hier setzt das betriebliche Gesundheitsmanagement an – kurz: BGM.

Akzeptanz und Transparenz für BGM-Maßnahmen aufbauen

Aller Anfang ist schwer und auch wenn das Bereitstellen von Fitnesskursen oder einer Rückenschule sinnvoll ist, so verfolgt BGM einen viel umfassenderen, prozessorientierteren Ansatz. Neben den betrieblichen gesundheitsfördernden Maßnahmen (BGF) beherbergt BGM dabei auch die Bereiche aus dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) und dem Gesundheits- und Arbeitsschutz (z.B. Ergonomie). Doch bevor es losgehen kann und ein konkreter Maßnahmenkatalog erstellt wird, muss zuerst die Akzeptanz und das Bewusstsein für BGM im Unternehmen gefestigt werden – beginnend auf der Führungsebene!  Zwingend notwendig ist es, damit die passenden Maßnahmen überhaupt aktiv von den eigenen Mitarbeitern genutzt werden, dass Führungskräfte mit gutem Beispiel voran gehen und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst werden. Gleichzeitig sollte verstanden werden, dass ohne die Freigabe von finanziellen und personellen Ressourcen kein erfolgreiches, betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen zustande kommen kann.  

Nicht vergessen: Mitarbeiter einbinden!
Genauso müssen aber auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen diese Veränderung selber wollen. Das heißt, ohne Akzeptanz und Partizipation durch den Mitarbeiter kann keine noch so gut überlegte, gesundheitsfördernde Maßnahme funktionieren. Somit sollten BGM-Verantwortliche schon früh die eigenen Kollegen mit einbeziehen. Ob Ernährungsumstellung, mehr Bewegung oder bessere Arbeitsplatzbedingungen, mit Hilfe von Mitarbeiterbefragungen und Trainings kann der Mitarbeiter selbst Einfluss auf die BGM Maßnahmen nehmen. Der Vorteil: Eine ablehnende Haltung oder sogar Verweigerung zu gesundheitsförderlichen Maßnahmen bleibt gering.

Erste Schritte zum Erfolg: 5 praktische Maßnahmen

Schon kleine Veränderungen können viel bewirken. Wichtig ist, nicht die Maßnahme separat zu sehen sondern immer im Zusammenhang mit den jeweiligen Unternehmensprozessen. Dabei sollte jede Maßnahme der Frage unterliegen: Was braucht mein Mitarbeiter um effizient, stressbefreit und voller Energie arbeiten zu können? Genauso muss aber auch hinterfragt werden, inwieweit die Maßnahme Spaß macht, den Teamgeist fördert und für jede Altersgruppe gut umsetzbar ist.   

Mittlerweile haben sich schon eine Reihe effektiver, gesundheitsfördernder Maßnahmen etabliert, die sowohl große Konzerne als auch kleine Familienbetriebe individuell für sich nutzen können. Hier eine Auswahl:  

1) Aktive Pausen

Ein leidiges Thema im Büroalltag – das viele Sitzen! Die Folgen sind Rückenschmerzen und Verspannungen. Ein Trend ist die sogenannte bewegte oder aktive Pause. Dabei werden die Mitarbeiter am Arbeitsplatz von einem geschulten Trainer oder Physiotherapeuten regelmäßig (mind. 1 x Woche) besucht. Maßgeschneidert auf die jeweiligen Arbeitsbedingungen wird dann mit gezielten Übungseinheiten versucht, Muskelgruppen zu aktivieren und Belastungen vorzubeugen. Eine kleine Auszeit vom sonst so stressigen Arbeitsalltag ist garantiert.

2) Kostenlose Getränke & Obsttage

Gesunde Ernährung = höhere Leistungsfähigkeit. Schon kleine Maßnahmen, wie zum Beispiel kostenfreies Wasser und Obsttage können einen wichtigen Mehrwert bieten. Das Beste: Jeder wird sich über den Vitaminsnack freuen und ganz nebenbei steigert das Unternehmen noch seine Arbeitgeberattraktivität.

3) Etablierung eines betrieblichen Gesundheitszirkels

Der Gesundheitszirkel stellt ähnlich wie die Mitarbeiterbefragung eine ideale Möglichkeit dar, Kollegen und Kolleginnen in die Planung und Umsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements mit einzubeziehen. Grundsätzlich setzt sich so ein Zirkel zusammen aus Mitarbeitern, Vorgesetzten und ggf. externen Beratern, die sich dann in regelmäßigen Abständen treffen und Lösungsvorschläge zu zielorientierten, gesundheitlichen Maßnahmen entwickeln. 

4) Firmen-Wettkämpfe 

Sie fördern nicht nur den Teamgeist und die Arbeitsatmosphäre sondern vermitteln spielerisch die besondere Bedeutung von mehr Bewegung am Arbeitsplatz – sportliche Wettkämpfe oder ganze Firmen-Olympiaden. Ein schönes Beispiel ist unsere Edenraid Challenge. Hierbei wurden alle Mitarbeiter von Edenred (weltweit) dazu aufgerufen Kilometer zu sammeln: egal ob beim Joggen, Walken, Fahrradfahren oder Sparzierengehen. Über eine App konnte jeder Kilometer aufgezeichnet werden. Der Sinn des Kilometerzählens war dabei auch einer guten Sache gewidmet: Neben der sportlichen Challenge war das Ziel insgesamt 300.000 km gemeinsam zu sammeln, die dann in 30.000 Euro umgewandelt werden sollten. Wurde das Ziel erreicht? Ja - durch die fleißige Teilnahme von 2.500 Edenred Beschäftigten konnte das Geld an den gemeinnützigen Verein Make-A-Wish® gespendet werden. Ein schönes Beispiel, das sicherlich im kleinen oder größeren Rahmen in jedem Unternehmen umsetzbar wäre.  

5) Digitale Gesundheitsplattformen - BGM 4.0

Die Digitalisierung hat schon längst Einzug ins betriebliche Gesundheitsmanagement genommen. Spielerisch kann der digitale Ansatz heute schon sehr gut in die eigene BGM-Strategie implementiert werden. Ob Schrittzähl-Wettbewerb per App, onlinebasierte Fitnesskurse oder individuell auf die Firma angepasste Gesundheitsportale mit regelmäßigen Gesundheitsthemen – den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt und erreichen auch die Kollegen im Homeoffice oder von unterwegs aus. Besonders kleine und mittelständige Unternehmen, bei denen die Mittel für ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement begrenzt sind, können von einer digitalen Lösung gewinnen. Wesentlich ist, die gute Mischung aus digitalen Lösungen und präventiven Vor-Ort-Maßnahmen zu finden – denn besonders Maßnahmen zur aktiven Gesundheitsförderung (BGF) oder zum Stressmanagement sind nur dann effektiv, wenn sie von jedem positiv angenommen werden. 

Verbinden Sie steuerliche Vorteile mit Ihren BGM-Maßnahmen

Interessant sind auch die steuerlichen Vorteile, die bei der Gesundheitsförderung ausgeschöpft werden können. 500 € pro Person kann dabei der Arbeitgeber für die die Zusatzleistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei nutzen (§ 3 Nr. 34 EStG).
Wichtiger HinweisDiese Steuerbefreiung gilt dabei nur für Maßnahmen, die den Anforderungen der §§ 20 und § 20a SGB V genügen. Hierzu zählt beispielsweise nicht die Übernahme der Kosten für Fitnessstudios in Form von Mitgliedsbeiträgen. Ebenso gilt nicht die Möglichkeit der Entgeltumwandlung.

Eine alternative Lösung ist der 44 Euro-Sachbezug.  Bis zu einer Freigrenze von 44 Euro können Unternehmen laut § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG Mitarbeitern pro Monat eine Sachleistung steuerfrei gewähren. Sofern es sich dann also um eine monatliche Zahlung handelt und Sie als Arbeitgeber hierunter zum Beispiel den Mitgliedsbeitrag von Fitnessstudios fallen lassen möchten, können Sie auch hier die steuerlichen Vorteile nutzen. 

Tipp: Mit der Ticket Plus® Fit & Gesund Karte machen Sie es sich ganz einfach! Denn das neue Produkt von Edenred wurde extra für die Gesundheitsförderung im Unternehmen entwickelt und überzeugt mit einer Kombination aus Gutscheinkarte und digitalem Gesundheitsportal. Einlösbar NUR bei ausgewählten Partnern, die zur Gesundheitsförderung beitragen, lässt sie sich perfekt in jedes betriebliche Gesundheitsmanagement integrieren. 

Wichtig ist, überhaupt etwas zu tun!

Das Tagesgeschäft oder der Zeitmangel – Unternehmen finden viele Gründe warum sie keine Maßnahmen zu Gesundheitsförderung anbieten. Dabei sollten sie nicht vergessen, Gesundheit ist ein Wettbewerbsvorteil von dem sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren.

Also, nicht lange überlegen und mit den ersten Maßnahmen beginnen. Die Mitarbeiter werden es nicht nur wertschätzen, sondern vielmehr mit mehr Leistungsbereitschaft,  Produktivität und Motivation ihrem Unternehmen zurückgeben.  

E-Block-Team
Ein Beitrag von
E-Block-Team
Erstellt am 16.04.2018
Aktualisiert am 16.04.2018
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