4. Beitrag: Workshop bei Strahlvox

©Ute Bivona

Was bisher geschah…

  • Horn hat gute Arbeit geleistet
  • Berger gibt grünes Licht
  • Workshop wird in großer Runde durchgeführt

 

 

 

 

Der Workshop ist in vollem Gange

Der Workshop startet damit, dass alle Teilnehmer den Raum nochmals verlassen und einzeln nacheinander, gemäß der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit, den Schulungsraum wieder betreten. Diese erste Vorgabe der Moderatoren weckt Neugierde. Jeder formuliert gemäß Vorgabe von Moderator Krüger beim Eintreten sein momentanes Befinden und seine Erwartung an den Workshop. Diese Aussagen greifen er und Fahrnholz auf, als alle einen Sitzplatz im Raum gefunden haben. „Ihren Aussagen konnten wir, als Zuhörer, durchaus persönliche Vorlieben und auch teilweise versteckte Botschaften entnehmen. Wir haben das Gefühl, dass ihre Äußerungen in etwa die Stimmung der  Belegschaft wiedergeben. Und wenn wir ganz direkt sein können: Ich hoffe, wir können davon ausgehen, dass Sie alle gleichermaßen frei und willig hier sind?“ Alle lachen.

 Fahrnholz ergänzt: „Wir sind kein beschlussfassendes Gremium oder eine Partei. Gemäß der Vorgabe Ihres Geschäftsführers sammeln wir heute Ideen und Ansatzpunkte für eine Verbesserung des Klimas. Dies ohne Denkverbot, aber mit Augenmaß. Denken Sie bitte auch an die kleinen Dinge, die wir alle im täglichen Miteinander verbessern können und wo jeder dazu beitragen kann. Wie es dann nach dem heutigen Workshop weitergeht, wen wir wie informieren und was letztlich wie umgesetzt wird, das klären wir im nächsten Schritt. Sind Sie dabei?“

Im Verlauf der nächsten Stunde werden die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung präsentiert und entlang einzelner Teilthemen diskutiert. Die Kernaussagen und Leitfragen hängen verteilt im Raum auf Plakaten. Mit Methoden des „Design Thinking“ werden hierzu zahlreiche Kommentare und Fragen dazu geschrieben. Nach der Präsentation und einer Pause bitten die beiden Moderatoren die Teilnehmer sich in neuen Gruppen zusammenzufinden,  um Ideen für ein besseres Arbeitsleben und Wohlbefinden bei Strahlvox zu sammeln. Es soll sich um Maßnahmen handeln, die ab Morgen und auch noch in fünf Jahren Bestand finden.

Dies vollzieht sich in einer zwanglosen Atmosphäre. Niemand muss sich rechtfertigen, auch harte Sprüche oder kühne Forderungen dürfen aufgeschrieben werden. Ein Mitarbeiter aus der Logistik und  eine weitere Mitarbeiterin aus dem kaufmännischen Innendienst fallen, während dieser Arbeitsphase unabhängig voneinander, durch Passivität bzw. kritische Nebenbemerkungen auf. Die Moderatoren registrieren dies, ohne darauf speziell einzugehen.

Alle Ideen und Vorschläge sind willkommen 

In der Zwischenpräsentation kommt der Unmut der beiden zum Ausdruck. Fahrnholz ermuntert sie, frei heraus zu sprechen. „Wenn ihr unsere Kollegen fragen würdet, dann wüsstet ihr, wo bei uns der Schuh drückt. Seit Jahren sagen wir, dass es in der Lagerhalle zugig ist und wir keine windgeschützte, ruhige Ecke für die Pause haben. Und seit letztem Sommer müssen wir freitags bis 22:00 Uhr im Schichtdienst arbeiten!“ Außerdem ergänzt eine weitere Teilnehmerin: „Glaubt ihr denn im Ernst, dass wir mit diesen gut gemeinten Vorschlägen das eigentliche Übel erfassen: Unsere Chefs haben ihre Lieblinge und wenn jemand was ändern will, was ihnen nicht passt, wird das totgeschwiegen. Hier besteht unser Defizit!“

Fahrnholz notiert diese Punkte und bestärkt die Mitarbeiter darin, offen auch diejenigen Themen anzusprechen, die den Kollegen wirklich im Magen liegen. „Wichtig ist,…“ – so betont Fahrnholz„… dass Sie alles ansprechen, was nötig ist, damit Belegschaft und Geschäftsleitung wieder näher zusammen kommen.“

Am Ende des Nachmittags stehen annähernd 50 Vorschläge auf den Pinnwänden. Regine Horn bedankt sich bei allen Anwesenden. Ein Folgetreffen in vier Wochen wird vereinbart. Aufgabe der Verantwortlichen ist es nun diese Ansätze in einer Matrix anzuordnen und daraus einen Masterplan zu entwickeln. Dieser soll möglichst in den nächsten zwei bis drei Monaten unter Teilnahme der Geschäftsführer auf Realisierbarkeit überprüft und verabschiedet werden.

Das Feedback in der Runde ist positiv, „doch bleibt die Unsicherheit, dass Vieles davon in der Schublade oder im Papierkorb landet“, so ein Produktionsmitarbeiter.

Horn betont deshalb noch einmal, dass die Belegschaft über die Ergebnisse des Workshops und das weitere Vorgehen zeitnah informiert wird. Dies sowohl über die Führungskräfte als auch über einen Aushang, den Geschäftsleitung und Betriebsrat gemeinsam unterschreiben.

Nachbereitung des Workshop, weiterer Fahrplan

Während einige Mitarbeiter anschließend angeregt vor dem Schulungsraum weitersprechen, nehmen Horn, Neumann und die beiden Moderatoren eine erste Bewertung des Workshops vor. Erkennbar ist, dass niemand das Unternehmen grundsätzlich ablehnt. Natürlich sind manche Wünsche weitreichend und kratzen an den Rahmenbedingungen von Strahlvox. Nur bedingt gelungen ist der Versuch, von Olivia Neumann, leicht umsetzbare Dinge auf die Vorschlagsliste zu „schmuggeln“. So etwa eine tägliche Bewegungspause, welche manche Personen im Raum als Firlefanz abgetan haben. Doch sie ist guten Mutes, dass auch solche Dinge ihre Wirkung entfalten. Das Moderatorenteam bestätigt, was Horn denkt. „Auf das Commitment dieser Workshop-Runde können Sie bauen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass die Dinge Schritt für Schritt angegangen werden und die Umsetzung Hand und Fuß hat.“

Horn an die Moderatoren gewandt: „Können Sie sich vorstellen, Strahlvox und uns im weiteren Verbesserungsprozess zu begleiten? Und könnten Sie bis übermorgen im Fotoprotokoll die Vorschläge in Form einer Matrix nochmals sauber anordnen?“
Fahrnholz und Krüger erwidern mit einem Lächeln: „Klar, auch wir sind gerne bereit, Sie weiter zu unterstützen. Der Workshop hat bestätigt, dass es sich lohnt in dieses Projekt zu investieren! Sie bekommen die Übersicht morgen Nachmittag“.

Motivation und Zufriedenheit bei Strahlvox – zwei Schlüsselwörter für die Zukunft

Zwei Tage später schauen Berger, Reiter und Horn sowie Keller auf die gelieferte Matrix der Moderatoren. Darauf sind die Vorschläge eingeteilt.

Aufteilung der Vorschläge

Berger freut sich, dass bei dem Workshop konkrete Ideen zum Vorschein kamen: In seiner uns bekannten Art stellt er aber klar, dass es natürlich weder ein neues Logistik-Gebäude noch einen betriebseigenen Kindergarten geben wird.

Horn entgegnet: „Aber auch hier finden wir mit etwas Bemühen Lösungen, z.B. einen Raum, den wir mit Spielzeug ausstatten können, damit er temporär genutzt werden kann.“

Berger: „OK, das kann man prüfen. Ich freue mich, wenn die ersten Maßnahmen in die Tat umgesetzt werden und die Motivation der Mitarbeiter tatsächlich steigt. Doch es muss klar sein, dass kein Kundenauftrag darunter leiden darf.“  Jeder in der Runde versteht dies als Zustimmung und  Ansporn auf Seiten Bergers. Das „Was und wozu“ ist entschieden, das „wie“ gilt es zu lösen!

Horn sieht sich in der Pflicht, zusammen mit Neumann, die gelisteten Maßnahmen aus der Motvationsmatrix, anhand von folgenden Kernfragen, auf Herz und Nieren zu prüfen.

Kernfragen

Horn weiß, dass in den nächsten Wochen und Monaten viel Arbeit auf sie zukommt. Nichts desto trotz freut sie sich richtig, endlich dieses Projekt angehen zu können. Mit Neumann und dem Moderatorenduo hat sie dazu auch schon die richtigen Partner innerhalb und außerhalb des Unternehmens gefunden. Für heute ist erstmal Schluss und Horn gönnt sich einen entspannten Abend. Die nächsten Tage wird sie dazu nutzen, die erste Idee aus der Matrix herauszupicken und konkreter werden zu lassen.


Ein Beitrag von
Frank Müller
Erstellt am 24.04.2017
Aktualisiert am 24.04.2017

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