2. Beitrag: Erstes Gespräch zwischen Horn und Berger

©Ute Bivona

Was zuletzt geschah…

  • Umfrage-Ergebnisse katastrophal und Beteiligungsquote auffallend gering
  • Geschäftsführer Berger verärgert
  • Personalerin Horn bleibt hartnäckig und hat ein offenes Ohr für die Kritik der Mitarbeiter von Strahlvox

 

Davon lassen wir uns nicht unterkriegen!

 Berger tut sich schwer, diese „Ohrfeige“, die er eindeutig persönlich nimmt, zu verdauen: „Ich war davon überzeugt, dass wir den Wandel zu einem modernen Unternehmen weitgehend geschafft hatten. Jetzt wählen wir auf Ihr Anraten ein solches Instrument zur Messung der Mitarbeiterzufriedenheit und dann kommt so was raus…“
Frau Horn hält dagegen: „Wir haben bis vor zwei Jahren noch keine echte Führungskräfteschulung durchgeführt. Von guter Führung sind wir noch weit entfernt…“.
Berger setzt nach: „Ja, aber auf Ihr Bestreben haben wir doch zuletzt mehrere Führungskräfteschulungen durchgeführt, sogar mit einem externen Moderator und in einem teuren Hotel. Was hat es gebracht? Anscheinend nichts. Jetzt stehen unsere Führungskräfte gemäß dem Ergebnis der Mitarbeiterbefragung ziemlich schlecht da.“ Und noch ergänzend murmelnd: „Bin schon gespannt auf den passenden Kommentar von meinem Vater.“
Horn verkneift sich eine Antwort. Denn sie hatte deutlich darauf hingewiesen, dass solche Workshops nicht sonderlich gut ankommen, wenn sie erst Freitagnachmittag beginnen und einen Teil des Wochenendes verschlingen. Darüber hinaus fehlten nach den Workshops jegliche Kommunikation und weiterführende Maßnahmen zu den erarbeiteten Ergebnissen seitens der Geschäftsleitung.

 Horn weist auf die zugrundeliegende Problematik hin, die sich in der Umfrage wiederspiegelt: die veränderte Einstellung der Mitarbeiter zur Arbeit einerseits und die objektiv gestiegene Arbeitsverdichtung und daraus folgende Arbeitsbelastung andererseits. „Ähnliches berichten nahezu alle Personaler, egal welcher Branche, beim regionalen Personalerstammtisch, den ich regelmäßig besuche. Meiner Einschätzung nach haben wir bei Strahlvox, wie viele andere Mittelständler Nachholbedarf, was die Möglichkeit für die Mitarbeiter angeht, ihren Arbeitsplatz als aktiv gestaltbar zu erleben. Vieles muss bei uns umständlich beantragt werden, Vorschläge werden oft ohne Begründung abgelehnt. Mitarbeiter fühlen sich zu wenig unterstützt, wenn es mit ihrem Vorgesetzten Probleme gibt. Im Übrigen kommt auch unsere neue Kantine schlecht weg – weniger wegen des Speisenangebots als wegen der Preise und der unwirtlichen Atmosphäre…“

Berger macht deutlich, dass er das Gespräch für heute beenden will. „Frau Horn, die Botschaft ist angekommen. Wir sind aufgefordert, nicht nur in unsere Produktentwicklung zu investieren, wenn wir weiterhin vorne dabei sein wollen. Wir wollen gute Mitarbeiter binden und stehen demnach vor einem Umbruch. Also lange Rede, kurzer Sinn: In 14 Tagen möchten wir, Herr Reiter und ich von Ihnen einen Vorschlag haben, wie wir weiter vorgehen. Aber bitte achten Sie darauf, dass dies zunächst unter uns bleibt."

Horn ist froh, dass Berger den technischen Geschäftsführer Markus Reiter ins Boot nehmen will, da aus seinem Bereich einige kritische Themen der Mitarbeiterbefragung stammen. Eine Forderung hat Horn noch an Berger: „Ich möchte diesmal nicht im stillen Kämmerlein brüten, sondern mit Schlüsselpersonen aus den Abteilungen sprechen, um so zu erfahren, wie sie das Klima erleben und was nötig ist, um die Stimmung und Atmosphäre zu verbessern.“

Berger zögert, doch signalisiert dann Einverständnis: „Halten Sie mich auf dem Laufenden. Aber bitte nicht den Flurfunk schüren.“

Nächste Schritte, um die richtige Richtung einzuschlagen

Regine Horn priorisiert ihre Aufgaben neu und legt den Fokus auf die Vorbereitung des Verbesserungsvorschlags für Berger und Reiter.

Aufgabenliste Regine Horn

Die darauffolgenden Tage wird die Stimmung eines Morgens nochmal durch eine am „schwarzen Brett“ aufgehängte Zeichnung aufgeheizt, die abfotografiert wurde und sich so schnell via E-Mail und WhatsApp im ganzen Betrieb verbreitet. Deutlich ist darauf Berger, sein Vater, wie auch Horn und Reiter in ihren jeweiligen Rollen und Abhängigkeiten zu erkennen. Somit sind die Mitarbeiterbefragung und die Ergebnisse wieder in aller Munde. Klar ist jetzt: Klare und offene Kommunikation sind angesagt und das dringender, als je zuvor.

Neugierig geworden? Erfahren Sie im nächsten Beitrag, wie Horn es schwer fällt den weiterhin uneinsichtigen Berger davon zu überzeugen, die vorliegende Problematik nicht unter den Tisch zu kehren, sondern im Rahmen eines Workshops Verbesserungen zu finden.

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Ein Beitrag von
Frank Müller
Erstellt am 24.04.2017
Aktualisiert am 24.04.2017

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