Aufmerksame Arbeitgeber: Mehr Spielräume ab 1.1.2015

Freigrenze für besondere Anlässe steigt auf 60 Euro

Freigrenze für Aufmerksamkeiten seit Anfang 2015 bei 60 Euro

Wissen Sie, welche Bücher Ihr Mitarbeiter gern liest? Oder welche Musik er gern hört? Das ist Privatsache, sagen Sie? Das stimmt nur bedingt. Denn Arbeitgeber haben zahlreiche Möglichkeiten, ihre Angestellten mit einer persönlichen Aufmerksamkeit zu beschenken. Das steigert die Motivation, macht das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv und stärkt die Mitarbeiterbindung.

Das weiß auch das Finanzamt. Aus diesem Grund sind Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses steuerfrei. Und zum Jahreswechsel packt der Gesetzgeber noch etwas obendrauf: Ab 2015 wird die Freigrenze von derzeit 40 auf 60 Euro angehoben. Ein Zeichen, dass die Mitarbeitermotivation im doppelten Sinne wertgeschätzt wird.

Aufmerksamkeit muss Sachzuwendung sein

Eine Aufmerksamkeit können Arbeitgeber zu besonderen persönlichen Anlässen verschenken – zum Beispiel zur Einschulung des Kindes, zur Hochzeit oder schlicht zum Geburtstag. Voraussetzung für die Steuervergünstigung ist, dass es sich bei der Aufmerksamkeit um eine Sachzuwendung handelt. Das können Blumen, eine Flasche Wein oder eben ein Buch oder eine CD sein. Arbeitgeber, die nicht ganz genau wissen, worüber sich ihr Mitarbeiter freuen könnte, sind mit einem elektronischen Gutschein gut bedient. Dieser darf allerdings nicht in Geld auszahlbar sein, denn Geschenke in Euro und Cent sind nicht steuerbegünstigt. Außerdem muss die Umsatzsteuer im Betrag schon enthalten sein.

Entscheidend ist: Bei der Summe von künftig 60 Euro handelt es sich um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag. Steuerlich macht das einen großen Unterschied. Reißen Sie mit den Ausgaben für die persönliche Aufmerksamkeit die Grenze – und sei es auch nur um einen Cent -, verlieren Sie die Steuerfreiheit für den kompletten Betrag. Außerdem wird die Summe dann komplett sozialversicherungspflichtig.

Freigrenze zu jedem persönlichen Anlass

Die gute Nachricht: Die Freigrenze für persönliche Aufmerksamkeiten ist kein Jahresbetrag. Das bedeutet, dass Sie dem betreffenden Arbeitnehmer auch mehrfach im Jahr zu einem persönlichen Anlass ein Geschenk überreichen dürfen. Sollten beispielsweise Hochzeit und Geburtstag in einen Monat fallen, sind sogar mehrere Aufmerksamkeiten binnen eines Monats möglich. Wichtig ist hier nur, dass pro Geschenk die Freigrenze von 60 Euro brutto (ab 2015) nicht überschritten wird.

Sollten einige Ihrer Mitarbeiter in diesem Jahr noch etwas Besonderes zu feiern haben, können Sie sich als Arbeitgeber mit einer kleinen Aufmerksamkeit – dann noch im Wert bis zu 40 Euro brutto – erkenntlich zeigen. Aber Achtung: Feiertage wie Weihnachten zählen nicht als persönlicher Anlass. Der Hintergrund: Diese Ereignisse haben keinen persönlichen Bezug zum beschenkten Arbeitnehmer, sind weder einmalig noch selten wiederkehrend.

Betriebliche Weihnachtsfeier (fast) steuerfrei

Wenn Sie aber eine betriebliche Weihnachtsfeier veranstalten, dürfen Sie hier durchaus Ihren Angestellten Geschenke überreichen. Voraussetzung ist auch hier: Werden während der Weihnachtsfeier Geschenke verteilt oder verlost, dürfen diese nicht teurer als 40 Euro sein – ab 2015 wird diese Grenze ebenfalls auf einen Gesamtwert von 60 Euro erhöht. Wird dieser Wert überschritten, wird das komplette Geschenk steuerpflichtig; Bargeld oder Goldmünzen sind ohnehin immer voll zu versteuern. Bei einer Verlosung sollten Arbeitgeber außerdem darauf achten, dass alle Mitarbeiter daran teilnehmen dürfen – nur so bleiben die Präsente steuerfrei.

Übrigens: Ausgaben für eine betriebliche Weihnachtsfeier sind derzeit bis zu 110 Euro pro Arbeitnehmer steuerfrei. Dazu zählen neben Kosten für mögliche Geschenke die Aufwendungen für Essen, Fahrt- oder Übernachtungskosten. Bis Ende des Jahres gilt diese Freigrenze auch noch für teilnehmende Ehepartner oder Angehörige. Das könnte sich im kommenden Jahr ändern: Der Bundestag berät im Dezember über das Jahressteuergesetz, mit dem diese Maßgabe des Bundesfinanzhofs wieder gekippt werden soll. Allerdings soll mit dem Gesetz zugleich die Freigrenze für betriebliche Weihnachtsfeiern auf 150 Euro angehoben werden.

Ein Beitrag von
Constanze Elter
Erstellt am 24.11.2014
Aktualisiert am 24.11.2014
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